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Neue Möglichkeiten für die Höfer Äcker in Stetten nach Aus für Pflegeheim Weiterplanung auch nach Absage der Investorin

Der Gemeinderat hat kürzlich mehrheitlich die Änderung des Bebauungsplans für die „Höfer Äcker“ in Stetten beschlossen. Das jedoch unter veränderten Vorzeichen. Denn kurz zuvor hatte die Investorin, die dort eigentlich ein Pflegeheim errichten wollte, ihren Rückzug verkündet. Grund dafür war vor allem der gesetzlich geforderte Lärmschutz, der die Baukosten in die Höhe getrieben und die Nutzung erschwert hätte.

Foto: Stadt

Dies hatte ein entsprechendes Gutachtenn ergeben, das parallel zu den Bauplänen erstellt worden war. Knackpunkt darin war nicht der Verkehr auf der Stettener Hauptstraße, sondern der von den Kunden auf dem Parkplatz des nahen Discounters verursachte Lärm.

Eva Noller bezeichnete es als bedauerlich, dass die Investorin Abstand genommen hat. „Wir haben die Schall-Richtlinie jedoch nicht vom Tisch bekommen“, so die Baubürgermeisterin. Wie andere Stadträte auch bedauerte Walter Vohl die Absage des Investors. „Dessen Darstellung, wir hätten ihm den teuersten Bebauungsplan aufs Auge gedrückt, hat jedoch nicht ganz gestimmt“, so der Freie-Wähler-Stadtrat. Vohl sprach sich dafür aus, den Bebauungsplan auf jeden Fall weiterzuführen und das Areal als Mischgebiet zu belassen.

Auch die Grünen-Fraktionsvorsitzende Ingrid Grischtschenko stimmte zu, das Bebauungsplanverfahren fortzuführen. „Wir werden an dieser zentralen Lage etwas Neues finden“, äußerte sie sich zuversichtlich. Die CDU Fraktionsvorsitzende Ilona Koch bezeichnete die Absage als enttäuschend, aber absehbar, da der finanzielle Spielraum der Investorin immer geringer geworden sei. „Wir müssen nun schauen, was dort möglich ist“, so der SPD-Fraktionschef Erich Klauser, der immer noch der Meinung ist, dass das Feuerwehrhaus dort richtig gewesen wäre.

Für Wolfgang Haug war die Absage des Investors ein „kommunalpolitisches Desaster“. „Wir stehen jetzt vor dem Nichts“, so der FDP-Stadtrat. Sigrid Ott (DiB) war nach  eigenem Bekunden nicht überrascht und „froh über das Ergebnis“. Nun müsse man die Bürger mit ins Boot holen. Und Jürgen Kemmner stellte angesichts der Lärmschutzvorschriften die Frage, ob Pflegeheime inmitten der Gesellschaft, also in zentraler Lage in den Stadtteilen, überhaupt noch möglich seien.

Noller machte darauf aufmerksam, dass es bei dem Bebauungsplanverfahren um mehr gehe als nur den Bau eines Pflegeheims. Schließlich wird an dieser Stelle ein Mobilitätspunkt geschaffen. Und im östlichen Teil des Planungsgebietes sollen die im bestehenden Bebauungsplan definierten Baugrenzen angepasst werden. Damit könnte es den dort beheimateten Betrieben ermöglicht werden, die Grundstücke besser auszunutzen. Und für den bereits ansässigen Discounter will man mit der Änderung des Planungsrechts zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten hinsichtlich Wohnen erlauben.

Nachdem dort der Bau eines Pflegeheims aus Lärmschutzgründen nicht möglich sein wird, empfahl Roland Klenk, in dem Gebiet Wohnungen und Büros zu planen. Dem von Sabine Onayli (L.E. Bürger) geäußerten Wunsch, dort eine „Bürgerwerkstatt“ zu veranstalten, begegnete der Oberbürgermeister mit Skepsis. Schließlich handele es sich bei dem Grundstück lediglich um eine „Briefmarke“.