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Breite Unterstützung im Technischen Ausschuss Klimaschutzkonzept wird aktualisiert

Rund zehn Jahre ist es her, dass von der Stadt ein Klimaschutzkonzept aufgestellt worden ist. Das jedoch war, wie sich nun in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses gezeigt hat, zwar in Ansätzen richtig, aber zu pauschaliert und nicht auf die Situation in Leinfelden-Echterdingen zugeschnitten. So zumindest lautet das Urteil einer Arbeitsgruppe, in der Vertreter aus mehreren Ämtern mitgewirkt haben.

Foto: Mende

Im damaligen Konzept wurden 33 Vorschläge für Maßnahmen gemacht. „Davon sind acht umgesetzt worden, wie Katja Siegmann, die Abteilungsleiterin des Umwelt- und Grünflächenamtes, sagte. Dazu gehören ein Energietag, die Versorgung der städtischen Liegenschaften mit Ökostrom, eine Geothermal-Potenzialkarte sowie ein Solaratlas, die Förderung von Elektromobilität und Carsharing, ein preiswerter innerstädtischer Bus, die Energieberatung von privaten Hausbesitzern sowie ein Förderprogramm zum Austausch von Heizungspumpen. 20 Vorschläge wurden nicht in die Tat umgesetzt, weitere fünf nur teilweise. Dazu kommen jedoch viele, dem Klimaschutz zuträgliche Projekte, die bereits in den Ämtern umgesetzt wurden und werden.

Einstimmig folgten die Mitglieder des Technischen Ausschusses dem Vorschlag der Stadtverwaltung, dass die Arbeitsgruppe das integrierte Klimaschutzkonzept von 2010 aktualisiert weiterentwickelt. „Wir stehen unter immensem Druck und sollten Erfolge erzielen, deshalb benötigen wir das Konzept, um eine bessere Kohlendioxid-Bilanz zu entwickeln“, sagte Stadtrat Pfeilsticker von den Grünen. Nach Worten von Stadtrat Zellmer sei ein Kraftakt notwendig, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen. „Wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen“, sagte der SPD-Stadtrat und schlägt eine wöchentliche Rubrik im Amtsblatt vor, um Klimatipps zu geben.

Zusätzlicher Personalbedarf diskutiert

„Das Konzept muss nach heutigen Gesichts-punkten überarbeitet werden“, forderte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler/FDP, Dr. Wächter. Dafür sei man schon im interfraktionellen Austausch. Und nach Ansicht der CDU-Fraktionsvorsitzenden Koch  betreibe man schon seit Jahren Klimaschutz und sie regte an, dass die während des Jahres eingehenden Anträge zu diesem Thema in das Konzept eingearbeitet werden. Sie geht außerdem davon aus, dass kein weiteres Personal anfällt.

Das jedoch sieht Stadtrat Mailänder (Grüne) anders: „Eine Stelle rechtfertigt sich, um Fördermöglichkeiten zu bekommen.“ Das sieht auch Andrea  Egner so. „Für eine richtige Fortschreibung des Klimaschutzprogrammes ist eine Stelle notwendig“, sagte die Leiterin des Amtes für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau.

EBM Noller freute sich über die Unterstützung aus dem Gremium. „Wir werden ausarbeiten, was notwendig ist, und auch, ob und wie viel Personal wir benötigen“, so die Erste Bürgermeisterin, die im ersten Quartal des kommenden Jahres eine konkretere Planung vorstellen will. Das dürfte auch im Sinne von Stadtrat Haug (FDP) sein, dem eine Zielstellung im Beschlussvorschlag
fehlte.

Laut dem 2010 vorgelegten Gutachten, das auf Zahlen aus dem Jahr 2005 basiert, war die Privatwirtschaft damals für Kohlendioxidemissionen in Höhe von knapp 110.000 Tonnen pro Jahr verantwortlich – ein Anteil von 45 Prozent. Private Haushalte verursachten einen Kohlendioxid-Ausstoß von knapp 82.000 Tonnen, was einem Drittel der Gesamtemission entspricht. Auf den Verkehr entfielen damals gut 41.000 Tonnen, umgerechnet 17 Prozent.  Insgesamt entsprach das einem Kohlendioxidausstoß von 245.000 Tonnen, also 6,6 Tonnen pro Einwohner und Jahr.