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Wertvolle Hinweise beim Fußverkehrs-Check Fußwege sollen attraktiver und sicherer werden

Erst im Juli die Auftaktveranstaltung, dann zwei Begehungen mit den Bürgern durch Echterdingen und zum Abschluss am vergangenen Montag ein Workshop: Die Stadtverwaltung hat beim Fußverkehrs-Check viele Hinweise bekommen, wie die Fußwege in der Kommune attraktiver und sicherer gemacht werden können.

EBM Eva Noller bei der Vorstellung der Ergenisse in der Zehntscheuer
EBM Eva Noller sieht noch viel Potenzial, um den Fußverkehr zu steigern. | Foto: Bergmann

Denn klar ist: Diese gesunde und gleichzeitig umweltfreundliche Fortbewegungsart wird nur dann gerne genutzt, wenn die Fußwege attraktiv und die Ziele einfach zu finden sind. Und wer weiß es besser als die Fußgänger selbst, wo der Schuh drückt? „Wir wollen die Möglichkeiten erweitern, dass die Leute zu Fuß gehen“, gibt Eva Noller das Ziel vor, das auch im Mobilitätskonzept eine große Rolle spielt.

Für sie sei wichtig zu wissen, wie die Fußwege gestaltet werden müssen, damit die Menschen sie auch nutzen, betonte die Erste Bürgermeisterin. Genau darum ging es bei diesem Projekt, das vom Land Baden-Württemberg gefördert wird. Fachlich begleitet wurde der Fußverkehrs-Check von Philipp Walgern vom Büro Planersocietät.

Er leitete die beiden Begehungen und notierte die Anregungen der insgesamt rund 50 Bürger, die bei den beiden Spaziergängen in den Norden Echterdingens sowie zu Messe und Flughafen dabei gewesen waren. Und davon gab es eine Menge – sowohl positive als auch negative.

Präsentation der Ergebnisse

Die Quintessenz aus diesen beiden Begehungen wurde den interessierten Bürgern jetzt beim Abschluss-Workshop präsentiert. Der Geograf empfiehlt, gefährliche Querungen kurzfristig farblich zu markieren, um die Aufmerksamkeit der Autofahrer zu erhöhen. Langfristig rät er, an Aufpflasterungen zu denken – was allerdings den Bedürfnissen von Rollstuhlfahrern entgegensteht.

Durch in die Fahrbahn reichende „Nasen“ könnte zudem der Weg über die Fahrbahn verkürzt werden, so ein weiterer Vorschlag. „Zudem sollte stärker kontrolliert werden, ob Autos oder andere Hindernisse die Sicht versperren“, empfiehlt Walgern. Und die Ampelphasen – so eine weitere Anregung – sollten stärker an den Bedürfnissen der Fußgänger angepasst werden. Ob Menschen gern zu Fuß unterwegs sind, hängt auch mit der Qualität der Gehwege zusammen.

Die jedoch sind oft zu schmal und kaum 2,50 Meter breit – ein Wert, den Walgern empfiehlt, damit Fußgänger problemlos aneinander vorbeikommen. Außerdem erschweren bisweilen Mülltonnen oder Aufsteller vor Geschäften das Vorankommen. Auch auf regelmäßigen Grünschnitt sollte geachtet werden, um ohnehin schmale Gehwege nicht noch schmaler zu machen.

Aufenthaltsqualität steigern

Die Planer empfehlen außerdem, attraktive Räume zu schaffen und die Aufenthaltsqualität an den Wegen zu verbessern. Das sei die Grundvoraussetzung dafür, damit die Menschen zu Fuß gehen. „Dafür könnte man in regelmäßigen Abständen Sitzelemente aufstellen oder kleine Spielanlagen schaffen“, so Walgern. Ein gutes Beispiel ist für ihn die Gestaltung im Bereich des ehemaligen Stadions in den Gärtlessäckern mit Spielräumen und Grünflächen, die bunt und einladend gestaltet sind.

Nachholbedarf sieht er aufgrund der Anregungen der Bürger an den Wegen zu Messe und Flughafen sowie im verkehrsberuhigten Bereich vor der Zehntscheuer. Für den Kirchplatz schlägt er ein Leitsystem zur Orientierung vor, außerdem mehr Schattenspender und ebenfalls kleine Spielelemente.

Ganz wichtig ist für den Planer die Barrierefreiheit, von der nicht nur Rollstuhlfahrer profitieren, sondern auch Eltern mit Kinderwagen sowie Menschen, die mit einem Rollator unterwegs sind. Dazu gehören ausreichende Gehwegbreiten, ein ebener Bodenbelag, ein barrierefreier Zugang zu den Geschäften sowie die an Absenkung der Borde. Das jedoch kann den Bedürfnissen von sehbehinderten Menschen entgegenstehen, die sich an Bordstein und anderen Marken orientieren.

Walgern rät deshalb zum Aufbau eines Blindenleitsystems. Anfang kommenden Jahres will Walgern den Abschlussbericht vorlegen, in dem die Anregungen der Bürger als auch die Vorschläge der Planer aufgeführt sind. „Die Umsetzung ist ein langer Prozess“, weiß er. Allerdings könne auch mit kleinen Maßnahmen schon viel bewirkt werden.

Kontakt zum Mobilitäts-Team

  • Auch nach dem Abschluss-Workshop können Bürgerinnen und Bürger ihre Anregungen, Wünsche und Fragen unter der E-Mail-Adresse mobilitaet@le-mail.de an die Stadtverwaltung richten.