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Bürgerinformation in der Filderhalle zur Filderstudie „LE im Dialog“: Perspektive Stadtentwicklung

Leinfelden-Echterdingen ist aufgrund seiner Lage auf den Fildern und der hohen Verkehrsgunst – der Nähe zur Landeshauptstadt, zum Flughafen und zur Messe – mit einer erheblichen Wachstumsdynamik und mit räumlichen Veränderungen konfrontiert.

Karte bzw. Plan der Filderebene zur Filderstudie
Plan: Albert Speer+Partner

Es ist anzunehmen, dass durch die geplante Mobilitätsdrehscheibe mit dem neuen Filderbahnhof am Flughafen der Entwicklungsdruck für den gesamten Filderbereich weiter zunehmen wird.

Zur Abschätzung der städte- und landschaftsplanerischen Folgen dieser kommenden Veränderungen haben der Verband Region Stuttgart gemeinsam mit dem Kommunalen Arbeitskreis Filder (KAF) die „Filderstudie“ beauftragt. Die Überprüfung und Weiterentwicklung der räumlichen Wachstumspotenziale im Filderraum von Albert Speer + Partner (AS+P, Frankfurt) ist ein planerisches Novum, da es außer den kommunalen Planungen für den Filderraum entweder nur landschaftsplanerische Regionalparkideen oder sehr abstrakte regionalplanerische Überlegungen gibt. Es gibt bisher kein Planwerk, das sowohl den Landschafts- als auch den Siedlungsraum untersucht und dafür ein Leitbild formulieren kann.

Aus Sicht der Studie stoßen die Kommunen im Filderraum an die Grenzen ihrer bisherigen Planungspraxis. Ein „Weiter so“ würde die bereits vorhandenen räumlichen Konflikte verschärfen und zu einer weiteren Zersiedelung führen. Die Grundprinzipien des Raumbildes sehen daher eine Verdichtung an der Mobilitätsdrehscheibe am Flughafen, die Nutzung der Erreichbarkeitsvorteile durch Entwicklung der Bereiche, die eine Schienenanbindung haben oder erhalten sollen, und die Verknüpfung von Wissensstandorten mit der Mobilitätsdrehscheibe vor.

  • Die Filderstudie wird von Regionaldirektor Thomas Kiwitt und Vertretern des Planungsbüros AS+P vorgestellt. Der bekannte Stuttgarter Bauingenieur und Architekt Prof. Werner Sobek wird erläutern, warum neue Handlungsweisen beim Planen und Bauen erforderlich werden und den möglichen Weg dahin aufzeigen. Die IBA’27 und der Stadtentwicklungsprozess machen es möglich, die Umwandelung hin zur postfossilen (elektrischen) Stadt zu fördern.
  • EBM Eva Noller wird die nächsten Schritte der Stadtentwicklung darstellen und einen Ausblick auf den Prozess geben. Im Anschluss an die Vorträge gibt es Raum zum Austausch. OB Roland Klenk wird die Veranstaltung leiten.

Siedlungs-, Landschafts- und Verkehrsplanung sollen integriert geplant werden. Der Fokus der Filderstudie liegt nicht auf der reinen Flächenneuentwicklung, sondern auf der Orientierung am Leitbild der Innenentwicklung und auf der Bewahrung lokaler Identitäten. In diesem Sinn will die Studie mit einer zwischen Innen- und Außenentwicklung ausbalancierten und an den ÖPNV-Entwicklungsachsen ausgerichteten und konzentrierten Siedlungsentwicklung der Zersiedlung entgegenwirken und so den Flächenschutz fördern.

Wie die Gemeinden und Städte die Ergebnisse der Filderstudie interpretieren und in eine nachhaltige und ressourcenschonende Siedlungsentwicklung überführen, liegt nun in kommunaler Hand.

In Leinfelden-Echterdingen soll die Filderstudie Ausgangspunkt für einen Stadtentwicklungsprozess sein. Darin sollen die bestehenden Leitbilder (z. B. STEP 2020) und die Konzepte aller Fachämter (z.B. Kultur, Schulen, Soziales) überprüft und die vorliegenden Stadtteilkonzepte (z. B. Stetten, Historische Mitte Echterdingen) zusammengeführt werden.

Mit der Filderstudie und dem Stadtentwicklungsprozess möchte sich Leinfelden-Echterdingen auch für ein Projekt der Internationalen Bauausstellung 2027 (IBA’27) bewerben. Die IBA’27 soll einen Impuls für eine qualitätsvolle, fortschrittliche und ausbalancierte Stadtentwicklung sein. Sie bietet die einmalige Chance, in der Stadt allgemeingültige, auf andere Quartiere übertragbare innovative Methoden des Bauens und Planens zu entwickeln.

Der Fokus soll auf der Erhöhung der Biodiversität durch verdichtete Bauweise mit optimierter Freiflächengestaltung und Gebäudebegrünung liegen. Die neuen Bauweisen sollen dem Ziel des Klimaschutzes durch die Reduktion der „grauen Energie“ – Baustoffe, die mit viel Energie hergestellt werden müssen, wie z.B. Beton – gegenüber konventionellen Bauweisen und durch einen emissionsfreien Betrieb gerecht werden.

Die Stadt Leinfelden-Echterdingen gibt ihren Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit, sich über diese Vielfalt an wichtigen Themen zu informieren. Die Filderstudie, das Stadtentwicklungskonzept, neue Ideen zu einer Energie- und Ressourcenwende im Verkehrs- und Baubereich und eine mögliche IBA-Teilnahme sollen in der Veranstaltung in der Filderhalle zur Diskussion gestellt werden.

  • Mittwoch, 17.7., 19 Uhr, Filderhalle