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Günstiger unterwegs in LE: Ein Ticket für das gesamte Stadtgebiet

Ab 1. Januar 2020 wird die Stadt gemeinsam mit dem VVS ein StadtTicket im Rahmen einer Pilotphase von maximal zwei Jahren erproben. Dafür hat der Gemeinderat einstimmig grünes Licht gegeben.

Grafik: VVS

Das StadtTicket soll 3 Euro für Einzelpersonen und 6 Euro für Gruppen bis zu 5 Personen kosten und beliebig viele Fahrten innerhalb des Stadtgebietes von Leinfelden-Echterdingen für eine Dauer von 24 Stunden ermöglichen. Damit wird das neue Ticket im Vergleich zu Einzel- oder Zeittickets deutlich günstiger: So kostet aktuell z.B. die Fahrt von Leinfelden nach Stetten und zurück 5 Euro. Erhältlich sein soll es online, am Automaten, am Busschalter oder in Verkaufsstellen.

„Wegweisendes Konzept“

Der ÖPNV bildet einen wichtigen Baustein des städtischen Mobilitätskonzeptes. Ziel ist es, durch einen attraktiveren Fahrpreis mehr Menschen zur Nutzung von Bus und Bahn zu bewegen und damit den PKW-Verkehr in der Stadt zu reduzieren und die Lebensqualität der Einwohner zu verbessern. BM Dr. Kalbfell meinte: „Das ist ein wegweisendes Konzept!“

Der VVS erhofft sich indes eine einheitliche Regelung für alle künftig am StadtTicket beteiligten Städte. Denn aktuell existieren in 14 Städten bereits verschiedene, individuelle  Lösungen für Stadt- oder Ortstickets. Diesen „Wildwuchs“ will man künftig durch das einheitliche StadtTicket vermeiden, zumal schon 20 weitere Städte Interesse am neuen StadtTicket signalisiert haben.

Vorbild für Leinfelden-Echteringen sowie alle weiteren StadtTicket-Kommunen ist das Ludwigsburger Modell. Dort läuft seit 1. August 2018 das erste VVS-Pilotprojekt für das neue StadtTicket – mit eben jener 3 Euro/6 Euro-Tagespreisstruktur. Seither sind die Verkäufe in Ludwigsburg von 16.000 auf aktuell 43.000 StadtTickets pro Monat gestiegen.

Positives Echo für das StadtTicket

Dennoch entstehen durch die starke Vergünstigung Mindereinnahmen für die VVS-Verkehrsunternehmen, im Fall von Leinfelden-Echterdingen in Höhe 200.000 Euro pro Jahr, so die Kalkulationen. Diese müssen zum Ausgleich von der Stadt finanziert werden.

Die probeweise Einführung des StadtTickets wurde fraktionenübergreifend begrüßt. Stadträtin Sinner-Bartels (SPD): „Wir hoffen, dass mehr Menschen auf den ÖPNV umsteigen.“ Das Angebot dürfe aber nicht an den Stadtgrenzen halt machen, weshalb es zeitnah in den Kommunalen Arbeitskreis Filder (KAF) zum gemeinsamen Vorgehen einbracht werden sollte. Langfristiges Ziel für den Ticketpreis müsse 1 Euro sein.

„Wir sind ein vernetzter Raum, anders als Ludwigsburg“, so Stadtrat Dr. Wächter (FW). Daher solle man darauf dringen, dass man gemeinsam mit dem VVS im Filderraum „zumindest etwas in Filderstadt und LE hinbekommt“.  

Lösung über Stadtgrenzen angeregt

Es sei „ein absolut richtiger Schritt, dass man ein günstiges Ticket einführt“, meinte Stadtrat Kemmner (L.E. Bürger/FDP). Langfristiges Ziel müsse aber das kostenlose Ticket oder ein 1-Euro-Ticket sein. Außerdem „sollte vielleicht auch ein Monats-/Jahresticket angeboten werden“. Stadträtin Grischtschenko (Grüne) betonte: „Die Preisreduzierung ist immens, die Querverbindungen sind gestärkt und die Sektoren abgeschafft worden“. Das sei die richtige Reduzierung. Zur finanziellen Beteiligung meinte sie: „Das muss sich die Stadt auch etwas kosten lassen.“

„Die Kaufkraft innerhalb der Stadt nimmt dadurch zu“, hob Stadträtin Zöllmer (CDU) hervor, zugleich werde damit auch der Verkehr verbessert. Jugendstadtrat Andrae zeigte sich zufrieden: „3 Euro sind gut“, wenn das Ticket noch günstiger würde, sei das natürlich noch besser. Auch für ihn und die Jugendlichen, die den ÖPNV vielfach nutzen, wäre ein städteübergreifendes Filderticket als nächster Schritt wünschenswert. Erste Bürgermeisterin und KAF-Geschäftsführerin Eva Noller gab bekannt, dass das Thema Filderticket inzwischen schon in den KAF aufgenommen worden sei.