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Großes Interesse an der Wiedereröffnung des Spielkartenmuseums Ein toller Trumpf für die Stadt

„Wir haben drei Asse im Ärmel – und wir haben drei gute Gründe, um zu feiern!“ Mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Dr. Carl-Gustav Kalbfell am Sonntag, 27. November 2022, die Gäste im renovierten Schaudepot des Deutschen Spielkartenmuseum in der Schönbuchschule Leinfelden. 

Personengruppe im Schaudepot des Deutschen Spielkartenmuseums
Eröffneten die Kartenstadt (v.l.: Björn Peters (Designklinik), Ellen Dongowski-Kelling (Vereinsvorsitzende), BM Dr. Carl-Gustav Kalbfell; Dr. Annette Köger (Museumsleiterin), Dr. Matthias Ohm (Landesmuseum Württemberg) und Dr. Irmgard Müsch (Kuratorin)

Nachdem bereits etwa 125 Personen zur Matinee gekommen waren, empfing Museumsleiterin Dr. Annette Köger im Laufe des Tages noch einmal 30 Gäste, die wissbegierig einen Blick in die repräsentative Ausstellung machen wollten.

Über einen solchen Andrang und das offensichtlich große Interesse vonseiten der Bevölkerung und auch des Gemeinderates hat sich das Team des Museums sehr gefreut. Und so wurden von den ehrenamtlichen Helfern des Fördervereins und der Schulleitung eilends weitere Stühle und Bänke für die Besucher gebracht. 

Kartentricks und Raritäten

Sie wurden aber auch vortrefflich in einem spielerisch-heiteren Umfeld empfangen und in die magische Welt der Spielkarten begleitet. Junge Zauberer des Magischen Zirkels unter Leitung von Jürgen Metzger und Eberhard Riese zeigten ihre Tricks mit Karten, Münzen und Zauberwürfeln. Die Matinee fand inmitten der Präsentation von großformatigen Malereien zu Spielkartenmotiven vom Künstler Achim Brückner statt. Vitrinen enthalten wertvolle Raritäten mit historischem Hintergrund. Der Förderverein und seine Mitglieder haben es ermöglicht, solche Exponate im Laufe von 40 Jahren für das Museum, sprich für die Stadt Leinfelden-Echterdingen, zu erwerben. Zum Teil sind die Ausstellungsstücke von herrschaftlicher Herkunft.

Viele Besucher im Schaudepot des Deutschen Spielkartenmuseums

Als ersten Grund für die Feierlichkeiten nannte Bürgermeister Dr. Carl-Gustav Kalbfell das Ende der über zweijährigen Umbauphase. Jetzt ist das Schaudepot des Deutschen Spielkartenmuseums wieder zugänglich und nach Terminvereinbarung zu besuchen. Im Untergeschoss der Schönbuchschule ist das Museum seit knapp 40 Jahren beheimatet. Nun waren energietechnische und weitere wichtige Umbaumaßnahmen vorgenommen worden, um die wertvolle Sammlung museumsgerecht zu bewahren und zu archivieren. Für eine sichere Obhut der Sammlung erhielt das Museum Unterstützung des Landesmuseums Württemberg. So konnte eine hochmoderne Rollregal-Anlage für die Depotunterbringung eingebaut werden. Kalbfell begrüßte als Vertreter des Landesmuseums Württemberg Dr. Matthias Ohm und Dr. Irmgard Müsch besonders herzlich und bedankte sich für diese Förderung und die damit verbundene Anerkennung des Spielkartenmuseums und seine Bedeutung für das Land Baden-Württemberg.

Vielfalt und Vereins-Jubiläum

Zweiter Grund war die Abschluss-Matinee zum vierzigsten Jubiläum des Deutschen Spielkartenmuseums unter Trägerschaft der Stadt Leinfelden-Echterdingen. In sechs Parcours mit Ausstellungen, Lesungen und Fachvorträgen waren während des ganzen Jubiläumsjahres Einblicke in die Vielfalt der Spielkarte möglich gemacht worden. 

Als dritten Anlass zum Feiern beglückwünschte Kalbfell die Vereinsvorsitzende Ellen Dongowski-Kelling zum vierzigsten Jubiläum des Fördervereins, welches im Jahr 2023 mit einigen Veranstaltungen im Museum gefeiert werden wird. Die Mitglieder des Vereins engagieren sich mit viel Freude ehrenamtlich für die Belange des Museums. Dies wurde deutlich in der leidenschaftlichen Rede von Ellen Dongowski-Kelling. Sie freue sich über jedes neue Mitglied, sagte sie gut gelaunt zur Motivation der Gäste.

Spielkarte

Dr. Annette Köger präsentierte einige außergewöhnliche Ankäufe, welche dank der Mitgliedsbeiträge sowie durch das Engagement des Fördervereins realisiert werden konnten. Aufgrund solcher Raritäten kommen Kooperationsanfragen von Museen aus der ganzen Welt. In wechselnden Themen-Ausstellungen, die regelmäßig im Stadtmuseum Leinfelden-Echterdingen gezeigt werden, geben die Spielkarten Zeugnis über das kulturelle und historische Geschehen, aber auch über die Geschichte der handwerklichen und industriellen Herstellung sowie über ihre Entstehungszeit. Sie sind Ausdruck künstlerischen Schaffens und kultureller Identität.

Dr. Annette Köger leitet das Spielkartenmuseum seit über 25 Jahren. Sie ist stolz darüber, dass es unter ihrer Amtszeit im Jahr 2005 die Auszeichnung „Besondere Sehenswürdigkeit der Region Stuttgart“ erhalten hat.

Kartenstadt als neuer Trumpf

In diesem Sinne überbrachte Dr. Mathias Ohm im Namen des Landesmuseums Württemberg auch seine Anerkennung für die weltweit bekannte Sammlung in Leinfelden. Er wandte sich mit hoher Wertschätzung an Annette Köger und ihr Team und betonte die besondere Aufgabe der Museumsleitung im Rahmen der kulturhistorischen Bedeutung dieses Kleinods.

Zum Höhepunkt der Feierlichkeiten wurde die Einweihung der begehbaren Kartenstadt. „Mit diesem Leuchtturm werden wir das Deutsche Spielkartenmuseum in Zukunft noch stärker bewerben und als eine sehr wichtige kulturelle Institution der Stadt in den Fokus der Öffentlichkeit stellen“, sagte Bürgermeister Dr. Carl-Gustav Kalbfell in seiner Rede. Ein großes Dankeschön geht dabei an die Baden-Württemberg Stiftung dank deren großzügiger Förderung die Kartenstadt erbaut werden konnte.  Entwickelt und realisiert wurde sie von Björn Börris Peters von der Designklinik Esslingen und ist einem Kartenhaus nachempfunden. Es besteht aus einzelnen, ineinander gesteckten, riesigen Spielkarten. Diese transportieren mit Text, Bild und moderner ansprechender Grafik sowohl die unglaubliche Vielfalt als auch die informativen Inhalte der Sammlung und ihrer Schätze. Sie zu entdecken und sich Anregungen zu holen, war für Groß und Klein das reine Vergnügen.