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Großes Interesse an 40. Bilderbank-Biennale im Walter-Schweizer-Kulturforum Künstler helfen Menschen in Poltawa

„Dr Schwob wird erscht mit 40 gscheit – der Schwabe wird erst mit 40 gescheit“, sagt ein Sprichwort in Württemberg. Bei der Bilderbank-Biennale im Echterdinger Walter-Schweizer-Kulturforum gab es am Wochenende bereits zum 40. Mal etwas gscheits: 

Künstler helfen Menschen in Poltawa
Fotos: Bergmann

200 Kunstwerke lokaler Künstler, Skulpturen und Gemälde aus der rund 1.300 Werke zählenden städtischen Kunstsammlung zum Ausleihen. In der Eröffnungsrede der trotz der Corona-Pandemie sehr gut besuchten Kunstschau begrüßte Leinfelden-Echterdingens Erster Bürgermeister Benjamin Dihm (großes Foto mit Stefanie Reuter vom Kulturamt) eine Delegation aus der Partnerstadt Manosque in Südfrankreich und verwies auf die Tradition der Bilderbank, die 1973 von Bürgermeister Eckhard Laipple ins Leben gerufen worden ist. 

Jetzt hat der Krieg in der Ukraine Schatten auf die Bilderbank geworfen. Bei der Aktion „Kunst bewegt Herzen“ haben auch die Künstlerinnen Birgit Blessing und Lisa Holley Bilder in Gelb und Blau, den Farben der ukrainischen Flagge und Leinfelden-Echterdingens gemalt und gespendet. Der Erlös soll der Partnerstadt Poltawa in der umkämpften Ukraine zugutekommen. 

„Wir wurden angesprochen und haben spontan zugesagt“, sagte Lisa Holley. Sie hat mit Acrylfarben einen gelben, menschenleeren Strand mit Meer und blauen Himmel gemalt. „Ich stand vor der leeren Leinwand und habe überlegt. Wegen all der Krisen mit Corona, der Umwelt und dem Krieg habe ich mich für einen Gegenstand entschieden, der absolute Ruhe ausstrahlt“, sagte sie. 

Birgit Blessing hat in aufwendiger Siebdrucktechnik einen Akt geschaffen. „Ich mache viel Aktzeichnen und arbeite in vielen Richtungen, auch mit Skulpturen. Bei diesem Siebdruck war es sehr schwierig, die Konturen draufzukriegen, weil nichts hält. Ich habe den Akt gezeichnet, ihn dann auf Folie übertragen, dann die Form und den Hintergrund und die Konturen herausgeschnitten und das alles auf dem Sieb platziert. 

Dann wurde es mit der Walze über dem Sieb herausgestrichen“, sagte sie. Die Mühe der Künstler hat sich gelohnt, denn sieben Kunstwerke sind für 1.420 Euro verkauft worden, die bald den Menschen in Poltawa zur Verfügung stehen werden.