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Stadtarchivar Dr. Bernd Klagholz geht in Ruhestand

Wenn Dr. Bernd Klagholz am 31. Mai von seinem Schreibtisch aufsteht, führt ihn sein Weg nicht nur nach Hause, sondern nach 34 Jahren als Stadtarchivar von Leinfelden- Echterdingen geradewegs in den wohlverdienten Ruhestand.

Stadtarchivar Dr. Bernd Klagholz geht in Ruhestand
Foto: Krämer

Zwei Bereiche waren es, die für Klagholz in dieser langen Zeit besonders wichtig waren: Die Sicherung des Bestands sowie die Öffentlichkeitsarbeit. „Alte Akten sind wichtig, um die Geschichte darstellen zu können“, sagt Klagholz und ergänzt schmunzelnd, dass man als Archivar keine Angst vor Staub und Dreck haben dürfe. Fast ein halbes Jahrtausend ist das älteste Schriftstück alt, das im Stadtarchiv aufbewahrt wird.

„Es ist das Fleckenlagerbuch von Echterdingen aus dem Jahr 1556, mit dem das Zusammenleben geregelt wurde“, erklärt er. Es ist genauso fachkundig restauriert worden wie viele andere Unterlagen, um sie der Nachwelt zu erhalten.  

Klagholz wollte jedoch nicht nur erhalten, sondern die Menschen für Geschichte – ihre eigene Geschichte interessieren, war oft auf ihre Hilfe angewiesen, auf Zeitzeugen- Gespräche oder Fotografien. 

„Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung und das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde“, sagt der 65-Jährige und erwähnt dabei ausdrücklich die Unterstützung durch die Firma MHZ Hachtel – vor allem Wilhelm Hachtel –, wo das Stadtarchiv im Jahr 2000 eine großzügig dimensionierte Bleibe gefunden hat Projekte und Ausstellungen wie die zum Zeppelin-Unglück 1908 auf den Feldern östlich von Echterdingen und die daraus folgende Spendenkampagne oder auch die Darstellung des Siebenmühlentals in einem Band der Schriftenreihe gehörten dazu.

Der Fund der sterblichen Überreste der KZ-Häftlinge auf dem militärischen Teil des Flughafens hat Klagholz besonders bewegt. „Mit der Gedenkstätte, der Stiftung und der Aufarbeitung in einem Buch konnten wir einen Beitrag leisten, um solchen Entwicklungen zukünftig entgegenzuwirken,“ sagt der gebürtige Heilbronner, der in Tübingen Geschichte und Germanistik studiert hat und sich besonders mit der württembergischen Landesgeschichte beschäftigt hat.

Oberbürgermeister Roland Klenk verabschiedete in diesen Tagen den zukünftigen Ruheständler persönlich und wünschte ihm alles Gute für die Zukunft. „Sie haben ihren Teil dazu beigetragen, dass die bewegte Geschichte von Leinfelden-Echterdingen erhalten und den Menschen in der Stadt zugänglich gemacht wurde“, so der Dank des Oberbürgermeisters.