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Ein Digitales Haus für Kunst, Kultur und mehr soll entstehen Virtuelles Kartenspielen

Die Verwaltung will gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut ein Leuchtturmkonzept für ein „Digitales Haus für Kunst, Kultur und mehr“ entwickeln. Die Idee für ein Haus für Kunst und Kultur entstammt dem Projekt KULTUR GUT STÄRKEN. Im Rahmen der Entwicklung einer städtischen Digitalstrategie wurde dies nun aufgegriffen.

Forto: Bergmann

Möglich Inhalte habe man bereits im Blick, erläuterte Sandra Hofmann, Leiterin Stabsstelle Persönliches Referat des Oberbürgermeisters und Digitalisierung, im VKS-Ausschuss: Das Deutsche Spielkartenmuseum feiert 2023 sein 40-jähriges Bestehen, und das Stadtmuseum wird 2024 50 Jahre alt. Ein virtueller Museumsrundgang oder virtuelles Kartenspielen wären vorstellbar. Digitale Ausstellungen könnten in den Medienentwicklungsplan der Schulen eingebunden und die Ausstellungen danach in der Realität besucht werden. Aber auch der Skulpturenpfad mit scannbaren Codes zum Abspielen entsprechender Erklärvideos wäre ein beispielhaftes Projekt.

Ausgearbeitet wird das Konzept für ein virtuelles Haus mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, das im Rahmen der Digitalakademie@bw sogenannte Digital.Labore anbietet. Das sind zweitägige Veranstaltungen für bis zu 20 Teilnehmer, in denen im kreativen Team – mit Vertretern aus Stadtverwaltung und Gemeinderat – anhand analoger und digitaler Hilfsmittel und Materialien (z. B. digitaler Planungstisch, Sensor-Modul, Virtual-Reality-Modul) aus Ideen Prototypen entwickelt werden. 20.000 Euro sind dafür veranschlagt.

Die gestalterische Umsetzung wird danach von einer Medienagentur übernommen. Was dabei letztlich an Kosten anfällt, kann erst gesagt werden, wenn die Umsetzung der Ideen konkret wird. Genau dies war der Punkt, weshalb sich die Ausschussmitglieder zunächst skeptisch zeigten. Die noch ungewissen Kosten, aber ebenso die Befürchtung, dass nicht der analoge, sondern der virtuelle Museumsbesuch „auf dem Sofa“ gefördert werde, wurden kritisch angesprochen.

In ihrer Fraktion habe man das „kontrovers diskutiert“, sagte Stadträtin Reichle-Kanthak (Grüne). Bei einem Leuchtturmprojekt denke sie eher an das Thema Mobilität.
Ein konkretes Thema wäre für ihn das Filderkraut, erklärte Stadtrat Haug (FW/FDP), aber man müsse definieren, wie die „Verquickung mit analogen Dingen“ aussehen könnte.

„Neuer Zugang zur Kultur“

Ein „virtuelles Haus“ böte einen „neuen Zugang zur Kultur“, fand hingegen Stadträtin Kühnel (CDU), und die Nutzung im Schulunterricht halte sie für sehr gut. Ihr sei das alles zu abstrakt, sagte Stadträtin Onayli (L.E. Bürger/DiB), und das Spielkartenmuseum sei keine städtische Aufgabe.

Die Frage sei doch eher, wie man junge Menschen ins Museum bekommt, war die Meinung von Stadtrat Dr. Wächter (FW/FDP), und auch Stadträtin Sinner-Bartels (SPD) äußerte Zweifel am „Mehrwert für Stadt und Bürger“. Ihr sei lieber, so Stadträtin Moosmann (Die Linke), wenn Menschen miteinander Karten spielen „und dabei kommunizieren“.

Es seien bereits mehrere digitale Handlungsfelder definiert und in Planung, darunter die Mobilität, erläuterte Sandra Hofmann. Parallel wolle man aber auch mit dem Thema Kunst und Kultur starten. „Junge Leute gehen nicht in Museum“, betonte sie, „wir können das nicht erst in zehn Jahren aufgreifen!“ Bei einer Enthaltung gab der Ausschuss dann doch seine Zustimmung.