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OB Klenk dankt bei Veranstaltung allen ehrenamtlich engagierten Menschen „Wichtiger Beitrag für das Zusammenleben in der Stadt“

Leinfelden-Echterdingen hat am Sonntagabend bei der ersten Ehrungsveranstaltung in der Filderhalle Menschen gedankt, die viele Jahre lang ehrenamtlich in Vereinen in der Stadt Verantwortung übernommen und damit das Leben ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger in vielen Facetten bereichert haben.

Oberbürgermeister Klenk am Rednerpult
Foto: Bergmann

Dieser Dank manifestierte sich in goldenen und silbernen Ehrennadeln, Geschenkkörben sowie Urkunden. Dabei erwiesen den Geehrten neben Oberbürgermeister Roland Klenk auch der Erste Bürgermeister Benjamin Dihm, Bürgermeister Dr. Carl-Gustav Kalbfell, Stadträte, Familienangehörige, Freunde und Bekannte Referenz.

Eine große Personengruppe steht auf einer Bühne
Oberbürgermeister Roland Klenk (links) holte die seit Jahrzehnten im Ehrenamt aktiven Bürgerinnen und Bürger auf die Bühne und sprach ihnen seinen herzlichen Dank aus. | Foto: Bergmann

„Ehre, wem Ehre gebührt, so lautet ein Sprichwort, und ich darf eine Vielzahl von Menschen begrüßen, denen diese Ehre mehr als gebührt“, sagte Klenk in seiner Laudatio. Die Geehrten hätten einen großen Teil ihrer freien Zeit „mit Herzblut, Tatendrang und sicher auch mit Schweiß“ ins Ehrenamt investiert und vorangetrieben, was ihnen wichtig gewesen sei. Als Beispiele für die Bandbreite ihres Wirkens nannte das Stadtoberhaupt das Trainieren des Nachwuchses auf dem Sportplatz, das Organisieren von Kunstausstellungen, die Arbeit in Büchereien, Musikschulen, den Schutz von Pflanzen und Tieren, die Seniorenarbeit, den Kulissenbau im Theater, das Löschen von Feuer oder die Integration von Zugezogenen.

„Wir sind sehr stolz darauf, dass in unserer Stadt mehr als 180 Vereine und Institutionen aktiv sind. Ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer gäbe es viele Angebote nicht“, sagte der OB. Um die Vereine und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter, die einen immens wichtigen Beitrag für das Zusammenleben in LE bildeten, noch besser unterstützen zu können, habe die Stadt im Jahre 2019 die Projektgruppe „Stärkung des Ehrenamts“ ins Leben gerufen, welche die eigentlich für 2019 geplante, aber wegen Corona verschobene Ehrenamtsveranstaltung, angeregt habe. Nach dem Start am vergangenen Sonntag soll sie alle zwei Jahre stattfinden.

„Das Wort Ehrenamt setzt sich aus Ehre und Amt zusammen. Ehre meint das freiwillige, uneigennützige Engagement, und Amt steht für die Verantwortung, die jeder von Ihnen bereit ist, zu übernehmen“, sagte Klenk. Die Bereitschaft, ein Ehrenamt zu übernehmen, werde nicht nur durch die Einsicht ausgelöst, dass es notwendig sei, sondern vielmehr durch die Freude am gemeinsamen helfen, gestalten und gelingen. In diesem Sinne lobte er das Ehrenamt als „Kitt unserer Gesellschaft“ und das bürgerschaftliche Engagement in Anspielung auf die gegenwärtige Energiekrise als „Energieversorgung unserer Gesellschaft. „Wenn ich mich hier so umblicke, dann kann ich mir dieser Energieversorgung in unserer Stadt sicher sein“, sagte Klenk. Die Stadt habe das Ziel, ehrenamtliches Engagement noch stärker als bisher zu fördern und den Helferinnen und Helfern die verdiente Wertschätzung zukommen zu lassen. „Dafür sind wir heute Abend zusammen.“

In einer Gesprächsrunde mit dem Oberbürgermeister über das Ehrenamt standen Gerald Andelfinger (30 Jahre DLRG), Mirja Brosig (zehn Jahre Siebenmühlentalhexen) und Gisela Heinzmann (30 Jahre Deutscher Amateur-Radio-Club und 20 Jahre Vereinsring Leinfelden) dem Moderator des Abends, Peter Kostorz, Rede und Antwort. Wer 40 Jahre oder sogar ein halbes Jahrhundert lang seinem Verein die Treue hält, vollbringt eine besonders große Leistung. Dementsprechend ließ es sich Klenk nicht nehmen, die langjährigen Ehrenamtlichen zur Ehrung gesondert auf die Bühne zu bitten. Dabei stellte sich heraus, dass alle auf dem Podium in die Langfristigkeit ihres Ehrenamts hineingerutscht sind. Sie sollten es ursprünglich eine Weile übernehmen, sind aber aus der Freude über die Aktivitäten und Aufgaben ihrer Vereine geblieben.

Dass es aber nicht nur Ehrenamtlichen so geht, bestätigte OB Klenk, der nunmehr seit 20 Jahren im Amt ist. Der Jurist gestand, dass es lange Zeit nicht sein Ziel gewesen sei, Chef einer Kommunalverwaltung zu werden. In seiner Zeit als Verbindungsmann der Universität Tübingen zur Stadt Tübingen habe er tiefe Einblicke in die Bauplanungen und die Verwaltungsangelegenheiten der Universitätsstadt bekommen und den damaligen OB Eugen Schmid bewundert: „Der hat alles in meinen Augen so phantastisch gemacht, dass er mein Vorbild geworden ist und ich mir sagte, dass ich einmal der Eugen Schmid einer anderen Stadt sein will.“ Sein Amt mache ihm immer noch Spaß: „Sonst hätte ich nicht noch einmal kandidiert, selbst wenn sich die Probleme gerade türmen.“ Die Stadt habe aktuell bereits viele Flüchtlinge aufgenommen, weitere würden hinzukommen. Die Flüchtlingskrise 2015, 2016 und 2017 habe gezeigt, wie wertvoll es sei, wenn die Bürgerschaft mithelfe.

Vor dem Ausklang des Abends bei zwangloser Unterhaltung mit Finger-Food und Getränken bescherte die Stadt den sichtlich vergnügten Gästen einen heiteren Akzent: gediegene Unterhaltung mit dem Klavier- Kabarettisten Armin Fischer.

Auszeichnungen für langjähriges ehrenamtliches Engagement

Für 50 Jahre im Ehrenamt wurden ausgezeichnet:

  • Herbert Vohl, Betreuer, Übungsleiter, Abteilungsleiter im TV Echterdingen
  • Michael Balz, Bühnenbauer (über viele Jahre Leitung), „Kuppelbau“-Architekt des Theaters unter den Kuppeln aus.

Für 40 Jahre wurden geehrt:

  • Karl Stäbler, Naturschutzwart Schwäbischer Albverein
  • Hans Baur, Schriftführer Schwäbischen Albverein
  • Gerhardt Kappes, Trainer, Betreuer Tischtennis in der SpVgg
  • Erika Dast, Abteilungsleiterin im TV Echterdingen
  • Werner Schäfer, Betreuer und Platzwart im TV Echterdingen
  • Friedrich Steckroth, Kassierer, Abteilungsleiter im TV Echterdingen
  • Bernd Schmid, 2. Kassierer, Schriftführer im Musikverein Echterdingen
  • Wilhelm Bachofer, Kassenprüfer im Liederkranz Musberg
  • Alfred Gebhard, Lauftreff-Leiter, Vorstand Technik im TV Echterdingen
  • Marlis Butter, Kasse, Vorverkauf, Buchhaltung (über viele Jahre Leitung) im Theater unter den Kuppeln
  • Stefan Butter, Regie, Bühnenbau im Theater unter den Kuppeln
  • Klaus Lippold, Kantine, Bühnenbau, Werbung, Leitung der Jugendgruppe im Theater unter den Kuppeln