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„LEmietet“ hat bisher 50 Wohnungen vermittelt „Die Leute müssen sagen: Das läuft!“

Es ist nicht leicht, in LE eine Bleibe zu finden. Das gilt in noch größerem Maß für Geflüchtete. Sie können dank eines eigens aufgelegten Programms auf die Hilfe der Stadt bauen, das aufgrund langer Erfahrungen auch für Vermieter attraktiv ist.

Ein Mann vor, eine Frau auf einem Balkon
Foto. Bergmann

Für Corinne Belz vom Amt für soziale Dienste ist es ein kleines Jubiläum: Sie hat kürzlich den 50. Mietvertrag im Rahmen von „LEmietet“ abgeschlossen. Das bedeutet: Die Stadt tritt als Mieter auf und garantiert regelmäßige Mietzahlungen. Dafür bekommt sie Wohnraum zur Verfügung gestellt – für Menschen in der Anschlussunterbringung.

Der „Fünfziger“ ist Matthias Hutzel. „Ich habe das Projekt vor rund einem Jahr über einen Flyer und einen Artikel im Amtsblatt kennengelernt“, sagt der in Echterdingen wohnende Mann. Damals hatte er keinen freien Wohnraum zur Verfügung. Das jedoch habe sich geändert. „Probiere das Angebot von LE mietet doch mal aus“, habe er zu sich gesagt. Der erste Kontakt mit der Stadt sei sehr gut und vertrauensvoll gewesen, sagt Hutzel. Und auch, dass er vorab als erfahrener Vermieter alles genau geprüft habe, auch mithilfe eines Anwalts.

LEmietet-Cover des Flyers

„Die Auswahl der Mieter geschieht durch uns“, sagt Belz. Ich schaue mir zuerst die angebotene Wohnung an“, schildert sie ihre Vorgehensweise. Preis und Schnitt seien wichtig für die Auswahl der Bewohner, die dann von ihr ausgesucht werden. Wer in Frage kommt, werde gemeinsam mit den zuständigen Sozialarbeitern abgestimmt. „Natürlich kann der Vermieter widersprechen, schließlich ist es sein Eigentum“, sagt sie. Man schaue danach, dass beide Seiten zueinander passen. „Wir würden uns nie über den Vermieterwillen hinwegsetzen“, betont Belz. Denn natürlich weiß sie, wie schnell sich schlechte Erfahrungen herumsprechen würden. „Die Vermieter müssen sagen: Das läuft“, betont sie.

„Ich habe mich von Anfang an gut beraten gefühlt“, sagt Hutzel. „Frau Belz wusste, was sie braucht und hat alles professionell begleitet.“ Als Vermieter könne man das stressfrei angehen, so sein Eindruck. Bei Fragen sei immer schnell reagiert und nach Lösungen gesucht worden, ergänzt er. „Ich hatte nie das Gefühl, ein Risiko einzugehen“, so sein Fazit. Natürlich müsse einem bewusst sein, nicht die maximale Miete herausholen zu können. Für ihn habe es jedoch eine Rolle gespielt, dass die Integrationsaufgabe seitens der Bürgerinnen und Bürger begleitet wird. „Nur die Gemeinschaft kann die Integrationsaufgaben leisten“, ist er überzeugt, das Programm empfindet er deshalb als sehr passend. Belz verschweigt mögliche Schattenseiten nicht. Das kann die Sprachbarriere sein, aber auch unterschiedliche Auffassungen von Nachtruhe, Ordnung oder Sauberkeit. „Es gibt jedoch nichts, was man nicht regeln kann“.

Bisher musste Belz nur in einem Fall reagieren und eine Person herausnehmen, weil entgegen der Abmachung anstelle einer einzelnen Frau dann zwei Menschen in der Wohnung lebten. Anschließend wurde ein junger Mann aus Syrien vermittelt. „Nach zwei Jahren hat die Vermieterin dem jungen Syrer ein eigenes Mietverhältnis angeboten, für mich eine richtige Erfolgsgeschichte“, freut sich Belz.

Informationen zu LEmietet bei Corinne Belz, Tel. 1600-282, E-Mail c.belz@le-mail.de. Ein gedruckter Flyer ist in den Rathäusern erhältlich oder kann gleich hier als PDF heruntergeladen werden:

Download PDF-Flyer „LEmietet“ (129,8 KB)