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Fünfte Interkulturelle Woche zu Ende gegangen „Gesellschaft der Diversität schaffen“

Mit einem Vortrag von Dr. Michael Blume ist am Dienstag die fünfte „Interkulturelle Woche“ in LE zu Ende gegangen. „Die Stadt ist geprägt von einer kulturellen und religiösen Vielfalt“, begrüßte Dr. Carl-Gustav Kalbfell an diesem Abend die Gäste bei der ausgebuchten Veranstaltung. Es sei deshalb wichtig, so der Bürgermeister, einen Rahmen zu schaffen, in dem Menschen aufeinander zugehen und so eine Gesellschaft der Diversität zu gestalten.

OB Roland Klenk gratulierte Dr. Stephanie Freundner-Hagestedt von IntegrationLE zumJubiläum und dankte für zehn Jahre Engagement. | Fotos: Bergmann

Dr. Blume, der Antisemitismusbeauftrage der Landesregierung, ging in seinem Vortrag auf Verschwörungsmythen ein, die in Zeiten der Corona-Pandemie verstärkt Zulauf gefunden haben und sich insbesondere über die Sozialen Medien verbreiten. Wir erleben globale und persönliche Verunsicherungen, die den perfekten Nährboden für Verschwörungsmythen bilden würden. „Menschen suchen Schuldige für ihre eigenen Krisen und die Krise der Welt“, so Dr. Blume. Mal würden generell „die da oben“, Politiker oder Ärzte beschuldigt. Dann wiederum seien es Journalisten, Muslime oder Frauen, die zur Zielscheibe werden. Und am Ende dieser Verschwörungsspirale findet sich häufig ein jahrhundertealtes Feindbild: die Erzählung von einer jüdischen Weltverschwörung. „Doch wer die Welt verstehen und ihre Probleme wirklich angehen möchte, muss Abstand von platten Schuldzuweisungen und allzu einfachen Antworten nehmen“, betonte der Religionswissenschaftler. 

Vielzahl an Veranstaltungen

Dr. Michael Blume, Antisemitismusbeauftrager der Landesregierung

Von Carola Henck von der Kontaktstelle für Integration beim Amt für soziale Dienste waren in den Tagen zuvor mit örtlichen Initiativen etliche Programmpunkte ausgearbeitet worden, von denen einige jedoch wegen der Corona-Pandemie abgesagt Fünfte Interkulturelle Woche zu Ende gegangen „Gesellschaft der Diversität schaffen“ werden mussten. Den Auftakt hatte am 28. September eine von der Gruppe Arbeit & Integration organisierte interkulturelle Malwerkstatt gebildet, bei der Kinder ihr Bild von „Heimat“ malten und zeichneten.

Es folgten eine Lesung mit dem deutsch-indischen Autor Anant Kumar, ein Vortrag der Islamwissenschaftlerin Silvia Kuske über die Stellung der Frau im Islam, der vom AK Asyl und der katholischen Kirche LE veranstaltet wurde. Und Lena Zoller ging in einem weiteren Vortrag der Frage nach, ob es einen gemeinsamen Nenner aller Religionen gebe. Im Rahmen der Interkulturellen Woche wurde zudem das zehnjährige Jubiläum der Gruppe IntegrationLE gefeiert. Oberbürgermeister Roland Klenk dankte Dr. Stephanie Freundner-Hagestedt und ihrem Team. „Auf Ihre Initiative hin ist in den vergangenen zehn Jahren vieles angestoßen worden. Eine Stadt kann das allein nicht leisten, es bedarf unabdingbar des privaten Engagements“, so der Oberbürgermeister.

Umweltschutz – leicht gemacht

  • Das Thema Umweltschutz ist für IntegrationLE sehr wichtig. Das war nicht nur bei der Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Woche zu merken, bei der verschiedenen Vereine und Gruppen ihre Arbeit vorstellten. Stephanie Freundner-Hagestedt und ihr Team stellten außerdem die Broschüre (erhältlich in den öffentlichen Stellen) „Umweltschutz – ganz leicht“ vor, in dem auf 311 Seiten jede Menge Tipps in leichter Sprache zu finden sind, wie man im Alltag etwas für sich und die Umwelt tun kann.