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Interkulturelle Woche mit sicherem Hygienekonzept Begegnung als Schlüssel zum Zusammenleben

Genau 40.465 Einwohner hat LE zurzeit. Sie kommen aus insgesamt 128 Nationen, haben unterschiedliche Traditionen und einen Alltag, der nicht unbedingt dem in Deutschland entspricht. Umso wichtiger ist der gegenseitige Kontakt, um das Gegenüber besser zu verstehen.

Mehrere Personen präsentierten im Sitzungssaal des Rathauses Leinfelden das Programm der Interkulturellen Woche
Bei der Programmvorstellung (v. l.): Dr. Stephanie Freundner-Hagestedt (IntegrationLE), Carola Henck (Kontaktstelle für Integration), BM Dr. Carl-Gustav Kalbfell, Claudia Moosmann (Lebenswertes LE e.V.) und Elfriede Eichhorn (AK Asyl LE e.V.) | Foto: Bergmann

Genau das ist der Ansatz der Interkulturellen Woche, die bereits seit 1975 jährlich Ende September veranstaltet wird. Dahinter stehen sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche sowie die Griechisch-Orthodoxe Kirche, unterstützt von verschiedenen Vereinen und Initiativen – auch in LE. „Ich bin dankbar, dass sich so viele beteiligen“, sagte Bürgermeister Dr. Carl-Gustav Kalbfell bei der Vorstellung des Programms.

Und das ist ,sehr vielfältig, wie Carola Henck vom Amt für Soziale Dienste betonte. So gibt es gleich am Montag, m28. September eine Interkulturelle Malwerkstatt für Kinder. „Wir würden uns freuen, wenn nicht nur geflüchtete, sondern auch deutschsprachige Kinder kommen würden“, sagt Claudia Moosmann vom Verein „Lebenswertes LE“, der diese Veranstaltung organisiert hat. Diese ist eine Ergänzung zu der seit eineinhalb Jahren bestehenden Malwerkstatt für geflüchtete Kinder.

Vielfältige Angebote

Auf dem Programm stehen aber auch Lesungen wie „Zeru – eine siebentägige Geschichte“, bei der der Autor Anant Kumar über den Lebensalltag eines afrikanischen Jungen inmitten von wilden und alten Mythen spricht (29. September, 11.30 Uhr). Um die Stellung der Frau im Islam geht es bei einem Vortrag von Silvia Kuske am gleichen Tag um 19 Uhr. „Dabei geht die Islamwissenschaftlerin auf die vielschichtige Realität muslimischer Frauen jenseits der gängigen Klischeevorstellung ein“, wie Elfriede Eichhorn vom AK Asyl als Veranstalter sagt. „IntegrationLE“ begeht sein zehnjähriges Bestehen mit einer Präsentationsveranstaltung zum Thema „Für eine lebenswerte Zukunft – für uns, unsere Kinder und unsere Enkel“ am 30. September.

„Wir wollen bei diesem Jubiläum nicht in die Vergangenheit, sondern nach vorne blicken“, so Stephanie Freundner-Hagestedt. Einen Tag später – am Donnerstag, den 1. Oktober, wird unter Anleitung von Weltmeister Sven „Poppin Hood“ Weller und organisiert von der Schulkindbetreuung Goldcontainer im Hof der Goldwiesenschule getanzt. Am Sonntag, 4. Oktober, geht Lena Zoller auf Einladung der Kontaktstelle für Integration der Frage nach, ob es einen gemeinsamen Nenner aller Religionen gibt. Das Finale der diesjährigen Interkulturellen Woche gestaltet Michael Blume, der Beauftragte des Landes gegen Antisemitismus. Er widmet sich einem überaus aktuellen Thema – den Verschwörungstheorien.

Hygiene wird groß geschrieben

Den Veranstaltern ist es gelungen, die Veranstaltungen so zu gestalten, dass die geltenden Corona-Vorschriften eingehalten werden. „Alle Beteiligten haben ein Hygienekonzept erarbeitet und uns vorgelegt“, sagt Henck und ergänzt, dass meine Absage der Interkulturellen Woche nicht zur Diskussion gestanden hätte. Das sieht auch Dr. Kalbfell so. „Es ist auch in Zeiten von Corona unglaublich wichtig, Flagge zu zeigen“, so der Bürgermeister, der im Bemühen um ein gutes Zusammenleben keine Eintagsfliege sieht.

Dass man den Infektionsschutz sehr ernst nimmt, zeigt auch die Tatsache, dass drei Veranstaltungen aus dem Programm genommen wurden, bei denen es vor allem um direkte Begegnungen der Menschen und den direkten Austausch gegangen wäre. Deshalb wurden sowohl die in den gedruckten Flyern aufgeführte Eröffnungsveranstaltung am Sonntag, 27. September, in Stetten als auch das gemeinsame Kochen am Freitag, 2. Oktober, sowie der interkulturelle Kinderflohmarkt auf der Jugendfarm Echterdingen am Freitag, 2. Oktober, gestrichen. Die Veranstalter – FiS – Flüchtlingsarbeit in Stetten und LE KulturPoint sowie IntegrationLE in Kooperation mit der Kontaktstelle Integration wollten kein Risiko eingehen und sagten schweren Herzens diese Programmpunkte ab.

Wegen der sich ständig verändernden Zahl der Corona-Infektionen und möglichen Absagen empfehlen die Organisatoren, sich vor dem Besuch einer  Veranstaltung auf der Homepage der Stadt zu informieren, ob die Veranstaltung auch stattfindet. Das ausführliche Programm liegt in vielen örtlichen  Verwaltungsstellen aus.