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Jahresbericht Digitalisierung im Ausschuss vorgestellt Corona-Krise als Antreiber

Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran – natürlich auch bei der Stadtverwaltung. „Wir sind an der Schwelle von der Digital- zur Semi-Smart-City“, sagte Petra Farnung, die den Jahresbericht der Digitalisierung und den Status der Digitalstrategie LE kürzlich im Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss vorstellte.

Der Gemeinderat tagt in der Filderhalle – im Vordergrund stehen Computermonitore
Nach zwei Testsitzungen kam der Gemeinderat Mitte Dezember zur ersten Hybrid-Sitzung unter realen Bedingungen zusammen. | Foto: Bergmann

Die Mitarbeiterin der Stabsstelle für Grundsatzangelegenheiten, Digitalisierung und Öffentlichkeitsarbeit bezog sich mit ihrer Einschätzung auf eine Bewertung des digitalen Reifegrades der Kommunen durch den Dienstleister Komm.ONE. „Sie sind ein Digitalisierungerfahrener mit einer klar definierten Vision“, heißt es in dessen Erläuterung. Doch was bedeutet das? Im Herbst 2019 machte sich die Stadtverwaltung Leinfelden-Echterdingen auf den Weg zur Erarbeitung einer Digitalstrategie. Diese beinhaltet die fünf Handlungsfelder Infrastruktur und Standortentwicklung, Nachhaltigkeit und Mobilität, Kultur, Ehrenamt und Bildung, digitaler Kulturwandel in der Verwaltung sowie die digitalen Bürgerdienste. Ein halbes Jahr später verbreitete sich das Corona-Virus und legte den Alltag lahm, beschleunigte aber gleichzeitig die Digitalisierung, die in der Krise zu einer wichtigen Hilfe wurde.

Vermehrt Homeoffice

Die Kommune handelte schnell, um ihre Handlungsfähigkeit auch im Lockdown zu erhalten. Schon im Mai 2020 wurde getestet, ob Gemeinderatssitzungen auch hybrid rechtskonform abgehalten werden können, also Stadträte zu Hause oder in diesem Fall in der Filderhalle an den Treffen teilnehmen und auch abstimmen können. Die Testphase ist vorbei, die Stadträte wohnen mittlerweile den Gemeinderats-und Ausschusssitzungen sowohl im heimischen Wohnzimmer als auch in der Filderhalle bei. Ab und an ruckelt es noch ein wenig, aber die gemachten Erfahrungen fließen in die Organisation der Sitzungen ein und lassen diese immer besser verlaufen. Auch eine hybride Pressekonferenz wurde organisiert, mit der Journalisten sowohl in der Filderhalle als auch im Homeoffice erreicht werden konnten. Der Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern ist der Stadtverwaltung sehr wichtig. Doch wie soll man miteinander ins Gespräch kommen, über Vorhaben diskutieren, wenn man sich wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen nicht in größeren Gruppen treffen darf? Die Antwort darauf gab im Juli 2020 der erste Online-Bürger Dialog zu den Mobilitätspunkten. Zahlreiche Interessierte gaben in einer Videokonferenz mit anschließender Online-Umfrage ihre Anregungen zu diesen Vorhaben.

Ein digitales Krautfest

Bereits im ersten Lockdown stellte man sich bei der Stadtverwaltung die Frage, was man mit dem Krautfest macht. Klar war, dass das Straßenfest nicht in der gewohnten Form stattfinden kann. Aber dieses ganz ausfallen zu lassen, war auch keine Option. So wurde die Filderhalle zum Ort des digitalen Krautfestes, das per Livestream ins Internet übertragen wurde. Das Programm reichte vom Kochen bis zum Krautkopfschmücken und wurde durch Musik, Theater und Filmeinspieler ergänzt – und zu einem großen Erfolg mit 13.700 digitalen Fest-Teilnehmern auf myle.de.

Stadt wird auch auf anderen Gebieten digitaler

„Es gibt zahlreiche weitere Beispiele, wie weit LE bei der Digitalisierung schon ist“, sagte Farnung. So läuft der Unterricht in der Volkshochschule und in der Musikschule zum Teil virtuell. Auch das Kulturamt und die Stadtbücherei, Treff Impuls und Treff Zehntscheuer bieten vielfältige digitale Angebote. Und was ganz wichtig ist: Schulen wurden und werden technisch aufgerüstet und an das schnelle Internet angebunden, um den digitalen Unterricht zu ermöglichen. Seit Dezember können die Bürgerinnen und Bürger außerdem Termine in den Rathäusern online vereinbaren, auch der Parkausweis wird über das Internet beantragt. Ausgebildete Digitallotsen stehen als Unterstützer/innen für digitale Themen in den Ämtern zur Verfügung.

„Wir nehmen den Schwung aus dem vergangenen Jahr für die weiteren Herausforderungen mit“, kündigte Farnung an. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung nutzen zurzeit das Homeoffice, sie können dabei auf die Daten der städtischen Server zugreifen und so ganz normal arbeiten. Außerdem wird das digitale Angebot für die Menschen in der Stadt laufend erweitert – so wie es auch das Online-Zugangsgesetz verlangt.