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VKS stimmt mit Ja: Jugendbüro kommt

Sogenannte Jugendbüros gibt es im Landkreis Esslingen bereits in Ostfildern, Esslingen, Nürtingen und Kirchheim. Als Träger engagieren sich dort die jeweiligen örtlichen Jugendringe. Auch im westlichen Filderraum wünscht sich der Landkreis ein Jugendbüro und ist deshalb auf die Stadt  Leinfelden-Echterdingen zugekommen.

Foto: Wagner

Es handelt sich dabei um ein Angebot für schwer erreichbare und benachteilige junge Menschen, die aus diversen Gründen keinen Zugang zur Ausbildung, zum Arbeitsmarkt oder zu den sozialen Sicherungssystemen haben.

Das Jugendbüro soll als Anlaufstelle dieser Jugendlichen aus dem Einzugsgebiet von Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen dienen und möglichst beim Stadtjugendring als etablierter Einrichtung der Jugendarbeit in LE angesiedelt werden – mit einer 100%-Stelle (oder aber zwei 50%-Stellen). BM Dr. Kalbfell: „Ich will für diese Idee werben.“ Die Personalkosten dieser (befristeten) Stelle würde der Landkreis übernehmen, die Sachkosten die beiden Filderkommunen je zur Hälfte übernehmen, so Dr. Kalbfell.

Im Vorfeld habe man mit der evangelischen Kirchengemeinde Gespräche über eine mögliche Mitnutzung der Räume im Jugendcafé Echterdingen gesprochen. Prinzipiell zeigte man sich dort offen für diese Idee, wenngleich Details räumlicher und baulicher Natur noch geklärt werden müssten.

Die Mitglieder des Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschusses votierten einstimmig für dieses Projekt. „Tolle Geschichte, wenn man jüngere Leute so wieder auf die Bahn bekommt“, meinte Stadträtin Barth-Rapp (Grüne). Stadtrat Zellmer begrüßte es sehr, „wenn man zu einem Zeitpunkt helfend zur Seite stehen kann, und die Weichen noch gestellt werden können.“ „Wir stehen voll hinter diesem Projekt; Jugendliche in dieser Phase abzuholen, ist gut“, betonte auch Stadträtin Zöllmer (CDU).

Christine Kenntner vom Kreisjugendreferat des Landkreises Esslingen verdeutlichte auf Nachfrage, dass dieses Konzept kein klassisches Streetwork sei, vielmehr eine Vereinigung von Jugend- und Sozialarbeit sowie Jobcenter – und kein Ersatz für das Jobcenter als „Regelstruktur“. Vielmehr gehe es beim Jugendbüro um intensive Beratung und Beziehungsarbeit, um langfristige Begleitung der Jugendlichen, verdeutlichte auch  Frank Stüber, Geschäftsführer des Stadtjugendring LE. Man schätzt, dass es pro Jahr 40 bis 50 solcher jungen Menschen gibt, von denen man gerne 20 bis 30 erreichen möchte, so das Ziel. Starten soll das Projekt im Januar 2019, laut Förderrichtlinien soll es zunächst bis Ende 2020 laufen. Doch Kennter signaliiserte, dass es hier um „lange Prozesse“ gehe, weshalb mit einer „auf Dauer anlegten“ Förderung zu rechnen sei.