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Forstwirtschaftsjahr 2019 Trockener Sommer hinterlässt Spuren im Stadtwald

Der Holzeinschlag im Stadtwald von Leinfelden-Echterdingen soll wie gehabt im kommenden Jahr bei rund 3.400 Festmetern liegen. Der Anteil von Nadel- und Laubbäumen wird etwa gleich groß sein – wenn nicht wegen Stürmen oder eine Borkenkäferplage der Plan geändert werden muss.

Foto: Kandzia

Die Bäume im Stadtwald von Leinfelden-Echterdingen haben unter der Hitze und vor allem der Trockenheit im vergangenen Sommer gelitten. „An der Station in Hohenheim lag die Temperatur rund drei Grad über dem langjährigen Mittel“, sagte Forstdirektor Armin Tomm in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses

Dazu kommt, dass es viel zu wenig geregnet hat. „Bis Oktober fehlen uns 200 Liter Wasser pro Quadratmeter“, ergänzte er. Mögliche Dürreschäden würden zum Teil jedoch erst im kommenden Jahr sichtbar. Tomm erwartet zudem eine Borkenkäferplage – „es sei denn, wir bekommen ein kühles und feuchtes Frühjahr, dann vermehren sich die Baumschädlinge nicht so stark“, erklärte er.

Im kommenden Jahr sollen – wie in der auf zehn Jahre ausgelegten Forsteinrichtung geplant – erneut 3.400 Festmeter Holz aus dem Wald entnommen werden. Knapp die Hälfte davon sind Nadelhölzer, wobei die Fichte mit 920 Festmetern den höchsten Anteil hat. 45 Prozent entfallen auf Laubhölzer wie Eiche (280 Festmeter) und Buche (120 Festmeter), die am Markt gerade sehr gute Preise erzielen. Dazu kommt ein geringer Anteil an nicht verwertbarem Holz, das im Wald verbleibt.

Es kann jedoch auch sein, dass der Plan umgeschmissen wird. „Falls als Folge des trockenen Sommers sehr viel Käferholz anfallen sollte, werden wir nur Laubhölzer und keine Nadelhölzer fällen“, so Tomm. Ohnehin gebe es zurzeit ein Überangebot an Fichten und Kiefern, „die Sägewerke kommen nicht nach“. Grund dafür sind Stürme in Deutschland und den angrenzenden Ländern.

Der Forstdirektor beim Landratsamt Esslingen, der bald in den Ruhestand geht und zum letzten Mal zu Gast im Gremium war, erwartet in der Zukunft eine zunehmend komplexer werdende Waldbewirtschaftung. „Im Raum Stuttgart“, so seine Prognose, „wird im Wald der Anteil der Holznutzung zugunsten der Erholungsfunktion zurückgehen.“