Pfeil nach unten

Neue Schlammentwässerung in Stetten reduziert den Klärschlamm

Rund 600.000 Euro haben die Stadtwerke in diesem Jahr in die Schlammentwässerung der Kläranlage in Stetten investiert. Die neue, im Sommer in Betrieb genommene Anlage ersetzt das 17 Jahre alte Vorgängermodell und arbeitet deutlich effektiver. „Wir konnten die Schlammenge um ein Viertel reduzieren“, so der Leiter der Stadtwerke, Peter Friedrich.

Foto: Bergmann

Und das kommt den Stadtwerken nun zugute. Denn statt wöchentlich durchschnittlich zwei bis drei Container mit den aus dem Faulturm kommenden Überresten aus der Klärung des Abwassers sind es nun höchstens zwei Lkw-Ladungen.

Dafür jedoch muss Friedrich nun einen neuen Abnehmer suchen, wie er kürzlich im Stadtwerkeausschuss berichtete. „Der bisherige Entsorger hat gekündigt und wir haben noch keinen neuen Bewerber gefunden“, sagt Friedrich. Allerdings gehe er optimistisch in Gespräche mit der Landeshauptstadt Stuttgart und hoffe, den Klärschlamm in den dortigen Öfen verbrennen zu können.

Ohnehin werde dort schon der Klärschlamm der in Richtung Möhringen fließenden Abwässer entsorgt. Um eine kurzzeitige Zwischenlagerung der weitgehend getrockneten Substanz werde man jedoch möglicherweise nicht herumkommen.

Bewegung auf dem Markt der Klärschlammentsorgung haben Änderungen bei der Klärschlamm- und der Düngemittelverordnung gebracht. „Bisher wurde im Norden Deutschlands der Klärschlamm als Dünger in der Landwirtschaft genutzt“, so der Stadtwerkechef.

Nun seien die Grenzwerte unter anderem für Schwermetalle abgesenkt worden. Die Folge ist, dass die Äcker im Norden der Republik nicht mehr für die Entsorgung genutzt werden dürfen.

Stattdessen wird dort nach Möglichkeiten gesucht, wo man den Klärschlamm verbrennen kann – wie es auch im Süden des Landes gehandhabt wird. Hier landet die mehr oder weniger gut getrocknete Masse in den Öfen hiesiger Kohlekraftwerke und Zementhersteller. Nun gebe es zu viel Klärschlamm für zu wenige Kraftwerke und Zementöfen, fasst Friedrich das Dilemma zusammen. Es droht ein Engpass bei der Entsorgung, von dem nun auch die Filderkommune betroffen ist.