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Kinderbetreuung: „Handlungsbedarf“

Die Prognose Kinderbetreuung bis 2021/22 hat sich seit der Klausurtagung des Gemeinderates zu diesem Thema Anfang 2018 nicht wesentlich verändert: die Inanspruchnahme und Nachfrage nach Kita- und Kindergartenplätzen ist hoch.

Foto: Bergmann

Derzeit gibt es in der Stadt 465 Kleinkindplätze (0-3 Jahre) und 1.246 Kindergartenplätze (3-6). Im Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss sprach Manfred Kern, der Leiter des Amts für Schulen, Jugend und Vereine, von einem „enormen Handlungsbedarf in relativ kurzer Zeit“.

Engpässe gibt es in Echterdingen und Stetten. Allenfalls vorübergehend dürfte es eine Entlastung geben durch Inbetriebnahme des um vier Gruppen erweiterten Sternkinderhauses in den nächsten Wochen. Doch es wird von einem noch wachsenden Fehlbedarf in den nächsten Jahren ausgegangen. Ein Neubau an der Stangen-/Gutastraße auf dem ehemaligen Spielplatz ist deshalb bis 2022/23 vorgesehen. Die Container am Aicher-/Layhweg und im Goldäckergebiet sollen auf Sicht einem festen Bau am Aicher Weg weichen. Die erforderliche Bebauungsplanänderung wird laut EBM Noller eingeleitet.

In Stetten ist die Situation laut Fachamt „nach wie vor angespannt“. Ein Anbau an den katholischen Kindergarten St. Gabriel bis Ende 2019 sei notwendig, sagt Kern. Die kath. Kirchengemeinde wird voraussichtlich Anfang 2020 auch in der Wiesenstalstraße eine fünfgruppige Einrichtung bauen.

In Leinfelden wird Ende des Jahres der Neubau des kath. Kindergartens St. Franziskus Platz für eine weitere Gruppe bieten. Ab 2021 soll die achtgruppige Kindertagesstätte in den Schelmenäckern zur Verfügung stehen; sie kann übergangsweise Kinder aus anderen Stadtteilen aufnehmen.

Auch für Oberaichen geht das Fachamt von steigender Nachfrage aus. Derzeit laufen Überlegungen über einen Ersatzbau für den Sonnenbühlkindergarten, der in keinem guten baulichem Zustand ist. Relativ ausgeglichen ist die Situation in Musberg, die Inanspruchnahme im Kleinkindbereich ist dort vergleichsweise gering.

Man müsse „einen gewaltigen Zahn zulegen“, sagte Stadträtin Sinner-Bartels (SPD) mit Hinweis auf den Fehlbedarf, den man im Übrigen ja kenne. Ein Prognosebericht reiche nicht aus, sie vermisse konkrete Beschlussvorlagen. Das bekräftigte Stadtrat Dr. Wächter (Freie Wähler) zu: Man benötige Beschlussanträge „mit Zahlen und den Kosten“.

Trotz aller Anbauten dürften die Kitaplätze wohl knapp bleiben, sagte Stadträtin Barth-Rapp (Grüne) und bemängelte: „Wir fahren immer auf Sicht!“ In einer Stadt wie LE mit vielen Arbeitsplätzen werde die Nachfrage auch langfristig hoch sein, so Stadträtin Skudelny (L.E. Bürger/FDP); man müsse als nächsten Schritt deshalb „die Schulkindbetreuung mitdenken“.

Auf Nachfrage von Stadträtin Zöllmer (CDU) zum Modell TigeR (bei dem Räume angemietet werden und mehrere Kinder betreut werden) sagte Manfred Kern, hier sei „noch nichts im Gange“. Die Ansiedlungspolitik, auch von Gewerbe, wirkt sich nach seinen Worten durch eine „exorbitant steigende Nachfrage“ aus. Aber eine „hundertprozentig realistische Prognose“ werde nicht gelingen.