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Klausurtagung von Gemeinderat und Verwaltung Echterdingen braucht mehr Schulräume

In Echterdingen fehlen Räume in den beiden Grundschulen. Schon ab dem kommenden Schuljahr könnte es eng werden. Anbau oder Neubau, diese Frage wurde mehrfach thematisiert. Der Gemeinderat hat zuletzt mehrheitlich für einen Schulneubau plädiert. Doch die Stadtverwaltung hat derzeit kein geeignetes Grundstück in Besitz, und Bebauungsplanverfahren und Bauplanung würden dauern.

Die Goldwiesenschule in Echterdingen | Foto: Bergmann

Hinzu kommt: Das Land als Fördergeber für einen Schulneubau sieht dafür keinen Bedarf, sondern geht von lediglich ein oder zwei weiteren Klassenzügen aus. Eine Schulerweiterung im Bestand habe Vorrang gegenüber einem Neubau, ließ das Regierungspräsidium wissen. Denn anders als die Stadt greift das Regierungspräsidium für seine Berechnungen lediglich die Zahl der geborenen und hier wohnenden Kinder auf. Die Stadt hingegen bezieht in die Prognosen auch die geplanten Baulandentwicklungen und die Bevölkerungsprognose 2030, die der Gutachter Tilman Häusser für Leinfelden-Echterdingen erarbeitet hat, mit ein. Nach diesen Berechnungen fehlen an der der Zeppelinschule drei, an der Goldwiesenschule vier Räume, sodass für Echterdingen von einer Fünf- bis Sieben-Zügigkeit erwartet wird.

In einer Klausurtagung hat die Stadtverwaltung das Thema vor diesem Hintergrund mit dem Gemeinderat erörtert. Das Gremium hat angesichts der Dringlichkeit des Raumbedarfs eine Lösung durch Erweiterung im Bestand mehrheitlich akzeptiert hat. Ein Beschluss liegt damit aber noch nicht vor. Vielmehr wurde die Verwaltung beauftragt, Machbarkeit und Kosten zu überprüfen. Das Raumkonzept wird dann in den Gremien erörtert werden.

Die Zeppelinschule in Echterdingen | Foto: Bergmann

Die Hochbauverwaltung hat vor dem Hintergrund der Position des Regierungspräsidiums als Förderbehörde in den vergangenen Monaten die beiden Echterdinger Grundschulstandorte auf Erweiterungsmöglichkeiten bereits untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass beide Standorte problemlos um vier Klassenzimmer, also je einen Zug, erweitert werden können. Es könnten sogar jeweils noch weitere vier bis fünf Zimmer – für den Unterricht oder die Schulkindbetreuung – geschaffen werden.

Der Verwaltungsvorschlag

Bei der Zeppelinschule müssen Turnhalle und Werkraum ohnedies saniert werden. Ein Neubau die Turnhalle, die dann etwas tiefergelegt würde, könnte zwei Geschosse für bis zu neun Klassenzimmer schaffen. Die Erweiterung um einen Klassenzug (vier Klassenzimmer) würde also genügend Fläche auch für die Schulkindbetreuung bieten. Die Schulhoffläche bliebe unangetastet. Durch die Verlegung von Klassen in den Erweiterungsbau könnte sich auch die räumliche Situation der Musikschule entspannen. Der Einbau eines Aufzuges würde zudem Barrierefreiheit schaffen.

Bei der Goldwiesenschule muss vor allem eine schnelle Lösung für die Schulkindbetreuung gefunden werden, um die provisorische Containeranlage aufgeben zu können. Es gibt bereits Planungen für einen Teilabriss mit zweigeschossigen Neubau, als Aufstockung des bestehenden Schulgebäudes. Dann könnten an diesem Standort bis zu acht weitere Klassenzimmer geschaffen werden. Der erforderliche zusätzliche Klassenzug benötigt nur vier 4 Räume, sodass auch hier genügend Entwicklungspotential für die Schulkindbetreuung gegeben ist. Der Einbau eines Aufzuges wäre ebenfalls machbar.

Mit einer Erweiterung könnte an beiden Schulen zugleich die notwendige energetische Sanierung erledigt werden.