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Begleitung von Obdachlosen

Die Begleitung wohnungsloser Menschen übernimmt in Leinfelden-Echterdingen seit 2017 der Verein Heimstatt Esslingen. Die Finanzierung einer halben Personalstelle lief über das EU-Projekt „Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen“ (EHAP). Die Förderung endete zum 31.12.2018.

Grafik: Heimstatt Esslingen e.V.

Weil gute Kontakte zu den Bewohnern der Obdachlosenunterkünfte einerseits, aber ebenso eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und ein sehr gutes Netzwerk mit Ämtern, Hilfs- und Beratungsangeboten entstanden ist, erhält der Verein auch für dieses und nächstes Jahr einen jährlichen Zuschuss von 38.475 Euro von der Stadt, beschloss der VKS-Ausschuss. Ende 2020 soll der Verein dann eine schriftliche Evaluation des Projekts erstellen und berichten.

Früher wurden die Bewohner und Bewohnerinnen der Obdachlosenunterkünfte vom Sozialen Dienst der Stadt betreut. Durch den stetigen Anstieg der Betreuungszahlen waren diese zeitintensiven Betreuungen personell aber nicht mehr machbar.

Die Zwangseinweisungen in die städtischen Obdachlosenunterkünften nehmen indes zu: von ca. 31 Personen 2011 auf zuletzt 120 zum Jahresende 2018. Gründe sind zunehmend Räumungsklagen, insbesondere Eigenbedarfskündigungen. Außerdem kommen über den Flughafen und den Busbahnhof, der sich ebenfalls auf der Gemarkung von Leinfelden-Echterdingen befindet, Personen an, die zumindest vorübergehend als Obdachlose untergebracht werden müssen. In Filderstadt und Ostfildern hat dies dazu geführt, dass die Personalkapazitäten im Sozialen Dienst ausgebaut wurden.

Der Verein habe derzeit 80 Wohnungen zur Verfügung „für Menschen, die aus dem sozialen Netz fallen“, berichtete Ralf Brenner von Heimstatt Esslingen e.V. Der Verlust der Wohnung sei meist nicht der Anfang, sondern das Ergebnis einer vorangegangenen Zuspitzung von wirtschaftlichen und sozialen Problemen. Einmal in einer Notunterkunft angekommen, sei der Auszug dort sehr schwer. „Der Wohnungsmarkt ist eng“, so Peter Löwy, Leiter Amt für soziale Dienste, im VKS-Ausschuss. „Und diese Klientel hat keine Lobby.“