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Geplante Bebauung Grüner Weg/Fürschelweg Bauvorhaben bei Bürgerinformation kontrovers diskutiert

Die geplante Bebauung des Grünen Wegs/Fürschelwegs in Musberg beschäftigt nach wie vor die Menschen im Ort. Zur Bürgerinformation der Stadtverwaltung waren in der vergangenen Woche rund 70 Menschen in den Sitzungssaal des Echterdinger Rathauses gekommen. Dabei wurde nicht mit Kritik gespart.

Foto: Krämer

Eva Noller stellte den Zuhörern die Baulandpolitik der Stadt vor. „Baugrundstücke werden nur dann entwickelt, wenn sie in städtischer Hand sind“, so die Baubürgermeisterin. Beim nördlichen Teil verzichte die Stadt in diesem Fall jedoch auf den Ankauf und späteren Verkauf, da dadurch nur unnötige Kosten wie Notariatsgebühren oder Grunderwerbssteuer entstehen würden. Hier will einer der Grundbesitzer selbst bauen, „der natürlich die im Verfahren entstehenden Kosten bezahlen muss“, wie Anja Schubert als Leiterin der Immobilienabteilung der Stadtverwaltung sagte.

Der Leiter des Stadtplanungsamtes, Philipp Schwarz, erläuterte anschließend das Vorhaben, das in seinen Grundzügen weit zurückreicht. „Es gab bereits früher Anfragen, aus diesem Gebiet Bauland zu machen, auch ein weiteres Gebäude im Umfeld des Aussiedlerhofs war gewünscht, was jedoch vom Landratsamt nicht genehmigt wurde.“

„Nach einer Gesetzesänderung haben wir die Chance auf eine Entwicklung in diesem Gebiet gesehen“, sagte Schwarz, der sich damit auf den Paragrafen 13b bezog. „Damit gibt der Bund den Kommunen die Möglichkeit, auf kleinen Flächen am Ortsrand schnell Wohnraum zu schaffen“, so der Amtsleiter. Zehn Reihenhäuser sind es, die im Süden der Fläche entstehen sollen. Im Norden sind eben jene zwei größere Gebäude geplant, die einer der Grundbesitzer errichten will.

Grundsätzlich finde er es toll, dass Wohnraum geschaffen werde, betonte einer der Zuhörer in der anschließenden Diskussion. „Aber die Planung ist nicht optimal“, sagte er stellvertretend für weitere Bürger. Kritisiert wurde, dass aus 6.000 Quadratmetern Bauland zu wenig herauskomme, was vor allem an den zwei großen Gebäuden liege, die annähernd die Hälfte der Grundfläche für sich beanspruchen. Unverständlich sei außerdem die Erschließung der Reihenhäuser über den aus Sicht der Anwohner zu engen Fürschelweg. Sie befürchten Unfälle, wenn Autos aufeinander, auf Fußgänger oder Radfahrer treffen. Zudem sei es nach Ansicht einiger Bürger nicht nachvollziehbar, warum die Stadt hier vom ihrem Prinzip der Baulandentwicklung abweiche.

Auch die anwesenden Stadträte waren sich – wie schon im Technischen Ausschuss und Gemeinderat – nicht einig, wie sie das Vorhaben bewerten sollen. Hans-Werner Engel hat zwar Verständnis für die Sorgen der Anwohner, „aber die Schaffung von Wohnraum ist wichtig“, so der CDU-Stadtrat. SPD-Fraktionsvorsitzender Erich Klauser und Hans Huber, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, hingegen sprachen von einer „Gefälligkeitsplanung“ beziehungsweise „Vorzugsbehandlung“, womit sie auf den Musberger Ringer-Weltmeister Frank Stäbler anspielen, der die Fläche im Norden bebauen will.

Noller sagte zu, dass sich die Stadtverwaltung zu verschiedenen Punkten noch einmal Gedanken machen und auch die umstrittene Erschließung prüfen werde. „Auch über Körnung und Städtebau wird noch einmal gesprochen“, so die Baubürgermeisterin, die sich jedoch energisch gegen den Vorwurf der Gefälligkeitsplanung wehrte.

Vermutlich im Februar wird das Bauvorhaben inklusive der Anregungen der Bürger erneut im Technischen Ausschuss behandelt.