Pfeil nach unten

Klärschlammentsorgung Weniger Kapazitäten durch Gesetzesänderung

Der Klärschlamm aus der Anlage Fleinsbach in Stetten wird künftig im Klärwerk Stuttgart-Mühlhausen entsorgt. Verladung und Transport wird an ein Transportunternehmen vergeben. Die Stadtwerkeausschuss hat zugestimmt.

Die Kläranlage Fleinsbach (Stetten) | Foto: Hangst

Die Kosten für Transport und Verwertung des Klärschlamms betragen 79,50 Euro/t; zuletzt waren es 70,99 Euro/t. „Im Hinblick auf den drohenden Entsorgungsnotstand ist diese Preiserhöhung als sehr gering einzuschätzen, da in Expertenkreisen Kosten von 90 bis zu 120 Euro/t erwartet werden“, heißt es dazu von den Stadtwerken. Mit Inbetriebnahme der neuen Zentrifuge 2018 reduziere sich die Tonnage ohnedies um ca. 20 Prozent, weshalb auch mit einer Reduzierung der Entsorgungskosten für 2019 zu rechnen sei.

Der mit Remondis bestehende Entsorgungsvertrag war von der Firma aufgrund gesetzlich veränderter Rahmenbedingungen und reduzierter Entsorgungskapazitäten zum 31.12.2018 gekündigt worden.

Kompost und Klärschlamm, die wertvolle Nähr- und Humusstoffe enthalten wie Stickstoff, Phosphor, Kalium sowie Spurenelemente wie Kupfer und Zink, werden traditionell in der Landwirtschaft als organische Dünger eingesetzt. Andererseits enthält vor allem Klärschlamm umwelt- und gesundheitsgefährdende Schadstoffe wie Chemikalien, Schwermetalle und Pharmaka. Klärschlamm enthält aber auch viel Phosphat, das zurückgewonnen werden soll.

Mit der geänderten Klärschlamm- und Düngemittelverordnung wurden die Ausbringungsmengen begrenzt. Das wirkt sich aber auch auf die Entsorgungskapazitäten aus. Vor allem im Norden Deutschlands, wo große Mengen Klärschlamm auf den ausgedehnten Landwirtschaftsflächen als Dünger genutzt wurden, muss nun mehr Klärschlamm, z. B. in Zementwerken und Müllverbrennungsanlagen, mitverbrannt werden.