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Manosquer Gymnasium vermacht Deutschem Spielkartenmuseum ein rares Spielkartenbuch „Die Bedeutung des Werkes ist kaum zu überschätzen“

„Les cartes à jouer du XIV au XX siècle“ von Henry-René d’Allemagne ist ein Grundlagenwerk zur Spielkarte, ihrer geschichtlichen Herkunft, ihrer Gestaltung in Europa seit dem 14. Jahrhundert, zu ihrer Herstellung und Anwendung aus dem Jahr 1906. Das 494 Seiten umfassende Buch enthält rund 3.200 Spielkarten-Abbildungen, davon 956 in Farbe.

Das Buch „Geschichte der Spielkarten vom 14. bis 20. Jahrhundert“ gilt als Standardwerk der Spielkartenforschung und zeigt auf 494 Seiten mehr als 3.000 Spielkarten-Abbildungen – hier bei der Geschenkübergabe in den Händen von Dr. Annette Köger (Leiterin des Deutschen Spielkartenmuseums) im Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasium. | Foto: Bergmann

Letzte Woche überreichte Schulleiter Wolfgang Krause dieses wertvolle Werk im Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasium in Anwesenheit von BM Dr. Carl-Gustav Kalbfell und Vertretern des Partnerschaftsgremiums an die Leiterin des Deutschen Spielkartenmuseums (DSM), Dr. Annette Köger; oder besser gesagt: er gab es „als Bote“ an sie weiter.

Denn ursprünglich stammt das Geschenk vom Gymnasium Lycée Félix Esclangon, das Krause im Rahmen eines Schüleraustausches bei einem Empfang in der französischen Partnerstadt Manosque von Schulleiterin Véronique Dobré im Beisein von Gilles Cartier vom französischen Partnerschaftsgremium entgegengenommen hatte. Gemeinsam feierte man dort das 46-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Manosque und Leinfelden-Echterdingen.

Auf den Kartenspielen finden auch historische Ereignisse wie Absolutismus und Revolution ihren Niederschlag. | Foto: Bergmann

Das Bemerkenswerte daran: Das französische Gymnasium, in dessen Archiven das Buch wieder zum Vorschein gekommen war, entschied sich nicht etwa für das französische Spielkartenmuseum in Issy-les-Moulineaux (bei Paris), sondern vermachte es dem Deutschen Spielkartenmuseum – „ein Zeichen der Wertschätzung unserer Partnerschaft“, sagte Krause bei der Übergabe. Es zeige, wie wichtig den Partnern in Manosque die gelebte Freundschaft sei. Zudem komme mit diesem außergewöhnlichen Geschenk auch die Wertschätzung für das Spielkartenmuseum als „Hüterin eines kulturellen Erbes“ zum Ausdruck, so Krause weiter.

BM Dr. Carl-Gustav Kalbfell würdigte das wertvolle Werk als Zeichen der Freundschaft „gerade in einem Jahr, in dem wir auf das Ende des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren und auf eine lange Friedensperiode blicken“. Die Pflanzung der Freundschaftslinde am Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasium im Jahr 2017 sowie die Verbundenheit, die das Buchgeschenk widerspiegelt, zeige, „dass der Weg des Friedens und der Freundschaft unumkehrbar ist“, betonte Dr. Kalbfell.

„Ein Symbol der Überwindung der Vergangenheit“ sieht DSM-Leiterin Dr. Köger in dem „konservatorisch hervorragend restaurierten Werk“. Die Bedeutung des Buches für die DSM-Bibliothek, dem 2006 extra eine Ausstellung im Spielkartenmuseum in Issy-les-Moulineaux gewidmet wurde, sei kaum zu überschätzen. „Selbst der Einband wurde mit Papier hergestellt, das aus der Entstehungszeit stammt und heute kaum mehr erhältlich ist“, freute sich die Spielkarten-Expertin und sprach Hélène Logeay ihren besonderen Dank aus, die das rare Werk liebevoll in zweimonatiger Arbeit restauriert hat. „Es wird einen würdigen Platz im Museum erhalten.“