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Dr. Huber verabschiedet:
„Ein geradliniger Querdenker“

Im Rahmen des Neujahrsempfangs wurde eine Persönlichkeit der Stadt gewürdigt: Dr. Hans Huber, der im Dezember nach 56 Jahren den Gemeinderat auf eigenen Wunsch verlassen hat, wurde von Oberbürgermeister Klenk offiziell verabschiedet.

Fotos: Bergmann

„Sie waren immer ein Kommunalpolitiker aus Überzeugung und aus Leidenschaft. Populismus, Angepasstheit und ein Mitschwimmen in der Mitte des Stromes sind Ihnen zuwider. Sie waren ein geradliniger Querdenker“, bescheinigte ihm das Stadtoberhaupt. „Die Stadt Leinfelden-Echterdingen ist stolz auf Sie … Wir werden Sie im Gemeinderat vermissen!“

Im Namen des baden-württembergischen Städtetags würdigte Dezernent Norbert Brugger den langjährigen Stadtrat, für den ja schon vor sechs Jahren, bei der Ehrung zur 50-jährigen Ratsmitgliedschaft, kein Verdienstanzeichen mehr vorhanden gewesen sei. Bei 40-jähriger Ratsmitgliedschaft endete die Ehrungsordnung des Städtetags.

„Altstadtrat“ Dr. Hans Huber und Norbert Brugger vom baden-württembergischen Städtetag

„Wir ergänzten wegen Ihnen flugs die Ehrungsordnung!“ Als erster erhielt der Stadtrat aus Echterdingen damals das brandneue Verdienstabzeichen in Gold mit Lorbeerblatt – und Brillant. „Sechs weitere Jahre haben Sie noch draufgelegt“, so Brugger. „Sie sind mit Ihrer Haltung und einmaligen Leistung ein großes Vorbild für alle, die sich in der Kommunalpolitik engagieren“. So gab es diesmal eine Urkunde für 56-jährige Tätigkeit im Gemeinderat, in der es heißt: „Mit dieser großartigen Lebensleistung steht er nach Amtsjahren an der Spitze aller Gemeinderatsmitglieder im Verband.“

Musikalisch verabschiedete sich Fraktionskollege Karl Kizele von seinem Sitzungssaal-Nebensitzer seit 19 Jahren. Begleitet am Piano von Young Voices-Dirigent Alexander Reuter gab er ein selbst gereimtes Ständle zum Besten über den „Grand Charmeur“: „Was ist dran an diesem Mann? – Das kleine Stückchen, das vielen fehlt.“

Stadtrat Karl Kitzele verabschiedete Dr. Hans Huber mit einer Gesangseinlage.

Dr. Huber, jetzt „Altstadtrat“, bedankte sich ob so viel ehrender Worte und hob in seiner Rede die Wichtigkeit des Ehrenamts hervor. Gesellschaftliche Verantwortung beginne vor Ort, zum Beispiel im Gemeinderat, denn: „Wir sind nicht auf die Welt gekommen, nur um unser Leben zu genießen, sondern um eine Aufgabe zu erfüllen.“