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03.05.2012 Deutsche Fotografische Akademie und Stadt vergeben Auszeichnungen


Auszeichnung für wegweisende Fotografie: v.l. DFA-Präsident Ingo Taubhorn, Hansi Müller-Schorp, Gabriele und Helmut Nothhelfer, Bürgermeister Alexander Ludwig
"Formvollendet und schnörkelfrei", ein "subtiles Spiel der Formen und Farben" - die Laudatoren sparten nicht mit Wertschätzung für die wegweisende Fotokunst dieser Preisträger, denen sie anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Fotografischen Akademie (DFA) ihre Auszeichnungen überreichen konnten. Seit 25 Jahren verleiht die DFA die David-Octavius-Hill-Medaille in Verbindung mit dem Kunstpreis

der Stadt Leinfelden-Echterdingen, seit 39 Jahren findet die DFA-Tagung in Leinfelden-Echterdingen statt, wo auch das DFA-Archiv (im Stadtarchiv) untergebracht ist. „Ein Pfund, mit dem wir wuchern können, weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus“, so Bürgermeister Alexander Ludwig bei der Begrüßung der Preisträger in der Zehntscheuer: das Berliner Fotografen-Ehepaar Gabriele und Helmut Nothhelfer, sowie Fotografin Hansi Müller-Schorp, die in Oberaichen wohnt. DFA-Geschäftsführer Axel M. Mosler würdigte „das langjährige, herausragende Werk“ von Hansi Müller-Schorp. "Sie hat Alltagsgegenstände durch ihre ganz eigene Lichtführung zur 'Fotografik' gemacht, so sind eindringliche, minimalistische Bildsequenzen entstanden.“ Auch den Bau der Filderhalle habe sie mit ihrem Fotoapparat begleitet und dabei „Fragmente der Strukturen festgehalten“. Müller-Schorp gilt als die große Dame der Sachfotografie der 1950er/60er Jahre und hat laut Mosler eine eigenständige Ästhetik geschaffen - "als Pionierfrau in einer von Männern dominierten Welt".

Als Mitglied in der DFA seit 62 Jahren, viele Jahre im Vorstand, habe sie sich engagiert für den offenen Austausch über Fotografie und dabei, so Mosler, „in ihrer schwäbisch-zurückhaltenden Art nie viel Aufhebens über ihr Wirken gemacht.“ Eine ganz andere Art künstlerischer Fotografie stellen die Bilder von Gabriele und Helmut Nothhelfer dar. Sie haben ein dokumentarisches, "mentales Porträt der Bundesrepublik" geschaffen, heißt es in der DFA-Würdigung. Laudator Prof. Klaus Honnef, Experte für deutsche Fotografiegeschichte, entdeckt in den „unspektakulären Bildern einen zugleich kritischen Blick“: Welche Geschichte steckt hinter den Bilder? Obwohl keine Abbildung des Alltags, werde mit diesen Bildern der beiden Fotografen "den Menschen in der Menge ein Gesicht gegeben". Diese "Solitäre in der Fotografie", so Prof. Honnef, "haben ästhetische Maßstäbe gesetzt.“ Die Geehrten dankten für so viel Anerkennung ihres fotografischen Werkes. Hansi Müller-Schorp betonte, sie freue sich besonders, dass „nach 40 Jahren Männerdomäne“ nun ihr dieser Preis überreicht werde und erntete dafür viel Applaus.

Im Anschluss an die Preisverleihung, die vom Saxophonensemble der Musikschule umrahmt wurde, hatte das Publikum die Gelegenheit, die Fotokunst der Preisträger zu begutachten und zog zu den Vernissagen nach Musberg. Dort sind die Fotografien von Gabriele und Helmut Nothhelfer in der Galerie Altes Rathaus Musberg, Filderstr. 44, zu sehen (Sa 16-18 Uhr, So 11-13 Uhr). Fotografien von Hansi Müller-Schorp präsentiert das Stadtarchiv in seinen Räumen Schönaicher Sträßle 4, jeweils nach telefonischer Voranmeldung ( 9975409). 

www.deutsche-fotografische-akademie  



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