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26.08.2010 Radwegeplan wird überarbeitet - Stadt vermietet Fahrradboxen


Radwegeplan wird überarbeitet - Stadt vermietet Fahrradboxen
Der Radverkehr in Leinfelden-Echterdingen soll optimiert werden. Denn immer mehr Bürgerinnen und Bürger, gleich welchen Alters, nutzen den Drahtesel nicht nur in der Freizeit, sondern auch für den Weg zur Schule oder Arbeitsstelle. Staus und Parkplatznot kümmern sie nicht - in der Stadt ist das Rad oftmals die bessere Alternative als das Auto. Seit dem Frühjahr gibt es eine Arbeitsgruppe mit

Vertretern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC), des Amtes für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau sowie des Bürger- und Ordnungsamtes. Sie hat sich die Überarbeitung des Radwegeplans, eine bessere Wegweisung und auch ein anderes Sicherheitskonzept vorgenommen.

Denn es hat ein Umdenken in der Fachwelt stattgefunden. Bisher wird der Radfahrer oft im Abseits, auf einem Teilbereich des Gehwegs geführt, der dann als Fuß- und Radweg ausgewiesen ist. Schließlich fühlen sich Radfahrer auf einem vom Autoverkehr getrennt geführten Radweg am si-chersten.

Unfalluntersuchungen zeigen indes, dass Radfahrer dort am sichersten sind, wo Autofahrer sie kon-stant im Blick haben: Der Verkehr, sagen die Experten, ist immer dann am sichersten, wenn alle Ver-kehrsteilnehmer genau wissen, wo sie hingehören. Erfahrungen hätten gezeigt, dass es besser sei, Radfahrer im fließenden Verkehr zu führen, dabei jedoch das Bewusstsein der Autofahrer für die schwächeren Verkehrsteilnehmer durch markierte Schutzstreifen oder Fahrradschleusen zu schaf-fen. Kurz: Radfahrer sollen stärker ins Blickfeld gerückt werden.

Deshalb wurden vielerorts bereits die ersten Fuß-/Radwege in Fußwege „Rad frei“ umbeschildert. Radfahrer können, müssen jedoch nicht mehr auf diesen Wegen fahren und dürfen auf die Fahrbahn ausweichen. Diese erhält dann einen markierten Fahrradstreifen. Dass die somit schmälere Fahr-bahn zugleich den Verkehr langsamer macht, ist ein günstiger Nebeneffekt.

Der Radverkehr soll nun auch im Stadtgebiet von LE entsprechend dieser neuen Standards umges-taltet werden. Schutzstreifen, auch die Öffnung von Einbahnstraßen sollen sukzessive eingeführt werden – jedoch nur dort, wo es die Verkehrssicherheit erlaubt! Schulradwege zum Beispiel werden einer sehr genauen Prüfung unterzogen.

Sind ohnedies Baumaßnahmen im Gang, werden die Verbesserungen gleich mit ausgeführt, wie etwa derzeit in der Karlstraße in Musberg, wo ein Schutzstreifen markiert wird.

Ein Blick auf weitere Anregungen, die im Verkehrsbeirat erörtert wurden:

> Die Hauptroute in Echterdingen liegt auf der Gartenstraße über die Hauptstraße zur Kanalstraße. Hier wird eine Führung über Untertorstraße/Querung Hauptstraße/Hinterhofstraße favorisiert. Außerdem sollen Radfahrer nicht mehr über die Martin-Luther-Straße, sondern weiter über die Hin-terhofstraße bis zur Langwiesenstraße und dann über den Hainbuchenweg geführt werden.

> Der getrennte Fuß-/Radweg beidseits der Tübinger Straße soll aufgrund des schmalen Gehwegs aufgehoben und zum Fußweg „Rad frei“ werden.

> In Richtung Stetten könnte zur bestehenden Nebenroute über die Waldenbucher Straße eine neue Route über den Kreuzungsbereich Tübinger/Waldenbucher/Goldäckerstraße entlang Tübinger Straße/ Grabenweg zur Bonländer Straße geführt werden. Diese Führung wäre auch weniger steil. Schutzstreifen würden zwischen der Waldenbucher Straße und dem Grabenweg markiert. Die groß-zügig bemessene Linksabbiegespur von der Tübingerin die Waldenbucher Straße könnte reduziert und damit auch hinsichtlich des Schleichverkehrs über die Waldenbucher/Alte Poststraße ein Zei-chen gesetzt werden.

> In der Kolumbusstraße will man eine Route Echterdingen – Leinfelden über die Friedrich-List-Straße führen.

> Aus dem Fuß-/Radweg in der Esslinger Straße zwischen Kreisverkehr und Stadionstraße soll ein Fußweg „Rad frei“ werden. Vom Flughafen her kommend ist es dann möglich, auf der Fahrbahn der Esslinger Straße weiterzufahren und nicht am Kreisverkehr queren zu müssen.

> In der Musberger Straße zwischen Bahnhofstraße und Kreisverkehr Stuttgarter Straße könnte ein Schutzstreifen in Richtung Kreisverkehr markiert werden, zumal das Parken dort auch keine Rolle spielt. Damit würde das Schutzbedürfnis von Radfahrern deutlich gemacht, zugleich würde ein ge-schwindigkeitsmindernder Effekt erzielt.

> Der Schulradweg läuft parallel zur Stuttgarter Straße im Dornbuschweg bzw. auf den Wegen ent-lang der Bahnhofstraße. Hier wird ein markierter Schutzstreifen aus Gründen der Verkehrssicher-heit nicht befürwortet, insbesondere, weil die Schüler regelmäßig im Pulk unterwegs sind. Die Schulkinder sollen auf den parallel zur Stuttgarter Straße geführten Wegen bleiben.

> Die Strecke Schulstraße /Querung Stuttgarter Straße/Hohenheimer Straße/ Birkacher Weg, so die Empfehlung der Arbeitsgruppe, sollte aufgrund der schwierigen Verkehrsabläufe in diesem Bereich aus dem Radwegeplan herausgenommen werden. Stattdessen könnte die Strecke Schulstra-ße/Uhlandstraße/Stuttgarter Straße/ Bahnhofstraße ausgewiesen werden.

> Vom ADFC wird ferner angeregt, die Beschilderung auf dem Weg entlang der S-Bahn, der in beide Fahrtrichtungen als Fuß- und Radweg ausgewiesen ist, in Fußweg „Rad frei“ zu ändern. Radfahrer aus Richtung Echterdingen sind heute gezwungen, den Weg zu benutzen. Dies ist umständlich und es sollte Radfahrern die Möglichkeit eingeräumt werden, auf der Straße fahren zu können, zumal es sich überwiegend um Erwachsene (Berufspendler) handelt.

> Ein Schutzstreifen wird auch für die Stettener Hauptstraße vom Ortsbeginn (Fußgängerampel) bis zur Haldenstraße angeregt.

Geplant ist ferner, einheitliche Radständer im Stadtgebiet nach und nach zu installieren, sowie mehr Fahrradgaragen für Pendler – für stundenweise oder regelmäßige Anmietung - an den S-Bahnhöfen anzubieten.

Die Stadt vermietet am Bahnhof Leinfelden Fahrrad-Abstellboxen gegen 25 Euro Kaution plus 2.50 Euro Monatsgebühr.
Auskünfte beim Bürger- u. Ordnungsamt, Tel. 1600-206.


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