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Die „Riesenschanze“ – eine keltische Viereckschanze (um 100 v. Chr.)

Station 8 des geschichtlichen LehrpfadAuf dem höchsten Punkt im Gemeindewald „Federlesmahd“ (495 m über NN) liegt die sogenannte „Riesenschanze“, bei der es sich um eine der typischen spätkeltischen Viereckschanzen handelt. Diese sind annähernd quadratische, von Wall und Graben umgebene Anlagen. Die schon 1830 entdeckte Echterdinger Viereckschanze ist sehr gut erhalten und weist eine Innenfläche von 0,9 ha auf. Die Wälle sind zwischen 90 und 98 m lang, der Graben ringsum ist noch deutlich zu sehen. Typisch sind die überhöhten Ecken, die im Verhältnis zur Umgebung höher liegende Innenfläche sowie der vor dem Tor im Osten durchziehende Graben. Eine kleine Untersuchung im Jahre 1901 durch G. Bersu mit mehreren Schnitten durch Wall und Graben ergab einen Erd- und Steinwall ohne Einbauten und einen umlaufenden Spitzgraben von 2 m Breite und noch 1,6 m Tiefe, der in den Fels gehauen wurde. Parallel durchgeführte kleine Suchschnitte im Inneren der Anlage erbrachten keine Hinweise auf eine Innenbebauung. Bisher einziger Fund ist eine kleine unverzierte Wandscherbe eines Gefäßes, die auf der Grabensohle vor dem Tor lag. Lange hatte man die Viereckschanzen aufgrund der als Kultbrunnen und Opferschächte gedeuteten tiefen Gruben für keltische Heiligtümer gehalten, doch ergaben Ausgrabungen der letzten Jahre ein sehr viel differenzierteres Bild über ihre Funktion. Sie waren vielmehr eingebunden in das Siedlungssystem, konnten als zentrale Plätze für die Dorfgemeinschaft, als Zufluchtsorte und Stapelplätze für Güter gedient haben. Die mysteriösen Schächte erwiesen sich als Brunnen für die Wasserversorgung. Viereckschanzen sind die charakteristischen Höfe der ländlichen Besiedlung in Süddeutschland zwischen Main, Donau und Schwarzwald in der späten Keltenzeit. Auffallend ist, dass sich die Echterdinger Viereckschanze in der Nähe frühkeltischer Grabhügel befindet.


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