Go to navigation Go to content Go to service
Leinfelden Echterdingen - Home
Search
. Search . Contact . Disclaimer . Site Map
Aktuell / Besucherservice / Bürgerservice / Leben in LE / Politik / Wirtschaft
Besucherservice Marketplace
Sie befinden sich hier:
Startseite - Besucherservice - Entdecken + erleben - Wanderungen + Radtouren - Lehrpfad im Stadtwald - Waldgeschichte im Schönbuch
Abstandhalter oberhalb Button Marktplatz
Marktplatz Afterwork LEStiftungen

Waldgeschichte im Schönbuch

Station 2 des geschichtlichen LehrpfadMit Ausnahme der Hallstattzeit, an die noch heute rund 300 Grabhügel und drei keltische Viereck-schanzen erinnern, war der Kernbereich des Schönbuchs in frühesten Zeiten – im Gegensatz zu der benachbarten Gäu- und Filderebene – kaum besiedelt. In der Römerzeit, die hier zahlreiche Spuren hinterlassen hat, waren Kulturland und Wald ähnlich verteilt wie heute. Dagegen fehlen bislang Nachweise, wie die Alamannen den Schönbuch besiedelt und genutzt haben. Der Wald eroberte bald das offene Land zurück. Erst ab dem 8. Jahrhundert setzte allmählich die Wiederbesiedelung und damit Rodung des Waldlandes ein. Bereits im 14. Jahrhundert haben fast alle heutigen Siedlungen bestanden.

Im Mittelalter war der Wald als Viehweide von besonderer Bedeutung; der jährliche Eintrieb zahlreicher Viehherden – später auch die Laubstreunutzung sowie der überhöhte Wildbestand – ließen eine natürliche Regeneration des Waldes nicht mehr zu. Hinzu kamen die fortgesetzten Holzentnahmen aufgrund sogenannter „Gerechtigkeiten“ und die damals weit verbreiteten Holzfrevel. Der Schönbuch glich einer weitständig mit einzelnen Buchen und Eichen bestockten Heidelandschaft. Erst nach der Ablösung der Holz-, Weide- und Streunutzungsrechte zu Beginn des 19. Jahrhunderts konnte ein systematischer Waldaufbau einsetzen, zumal auch der Rotwildbestand stark reduziert wurde.

Das ursprünglich fast reine Laubwaldgebiet wurde nach großflächiger Räumung der überalterten Bestandesreste durch Saat und Pflanzung in raschwüchsige Nadelwaldbestockungen umgewandelt, auf die man schon wegen der drohenden Holznot große Hoffnungen setzte. Im Dezember 1886 wurden ca. 1000 ha wüchsiger Forchen- und Fichtenbestände durch Schneedruck zerstört.

Solche Erfahrungen trugen mit dazu bei, im Schönbuch besondere Anstrengungen zu unternehmen und stabile Laubmischwaldbestände aufzubauen. Diese Entwicklung wurde durch die Jahrhundert-Orkane „Vivian“ und „Wibke“ (1990) sowie „Lothar“ (1999) aber auch durch das Konzept des ‚Naturnahen Waldbaus’ nochmals stark vorangetrieben. Es entstanden auf Hunderten von Hektar kahler Sturmflächen neue artenreiche Laubmischwälder.

Entwicklung der Baumartenanteile (in %) im Schönbuch seit 1550:

 

1550

1650

1750

1822

1935

1980

2005*

Buche

 45

 45

 43

 47

34 

25 

30 

Eiche

 35

 30

 25

 20

 11

 15

15

sonst. Laubh.

 20

 15

30 

20 

2 

4 

15 

Nadelhölzer

 -

- 

2 

13 

53 

56 

 40

*Schätzwerte nach Umbau der Waldbestände
  aufgrund der Kalamitätsfolgen

zurück zur Übersicht

Print Page
Send page
Beginning of page