Ortsgeschichtlicher Rundgang durch Echterdingen
5. Schiff der Kirche
Erste urkundliche Erwähnung der Kirche bereits 1185. Nach der Sindelfinger Chronik wurde die Kirche von den Grafen von Calw gestiftet und kam über die Welfen (Welf VI.), die Staufer und die Pfalzgrafen von Tübingen 1286/1296 an das Kloster Bebenhausen und nach der Reformation 1534 zu Württemberg.
Ende des 13. Jahrhunderts errang das Kloster Bebenhausen durch den Erwerb von umfangreichem Grundbesitz eine starke Stellung in Echterdingen, wobei es vom Niedergang des Ortsadels, der Herren von Echterdingen, profitierte. 1281 wurde Echterdingen zwischen der Linie Heinrichs von Echterdingen und dem Kloster Bebenhausen geteilt. Das Dorf zerfiel so in zwei unterschiedliche Herrschafts- und Rechtsbereiche. Zwischen 1286 und 1291 gelangte das Kloster Bebenhausen durch Schenkung der Pfalzgrafen von Tübingen zusätzlich in den Besitz des Patronatrechts und 1347 gelang es dem Kloster, sich die Echterdinger Pfarrkirche ganz einzuverleiben (inkorporieren). 1535 wurde Württemberg Rechtsnachfolger des in der Reformation aufgehobenen Klosters Bebenhausen. Seine Besitzungen, einschließlich der Echterdinger Kirche, wurden Bestandteil des unter der Verwaltung des Kirchenrates stehenden "gemeinen Kirchenkastens."
Der älteste Teil des Schiffes stammt aus romanischer Zeit. An der Nordseite ist noch ein romanischer Bogenfries, ein Fenster und eine romanische Tür erkennbar. Die Zeit der Erbauung der Kirche ist nicht genau zu datieren. Vom Alter des 1439 erbauten Turms kann man wohl nicht ausgehen; das ursprünglich romanische Schiff ist älter. In noch früherer Zeit stand an derselben Stelle vielleicht eine Holzkirche. 1775 kam es unter Pfarrer Brecht und 1932 unter Pfarrer Ott zu umfangreichen Erneuerungen. 1963/65 wurde unter Pfarrer Pfennig die Außentreppe entfernt und das gotische Maßwerk vervollständigt. Eine weitere Innenrenovierung erfolgt 1982.
Adresse
Burgstraße
70771 Leinfelden-Echterdingen
