Ortsgeschichtlicher Rundgang durch Echterdingen
4. Kirchhof mit Mauer und Pfarrwette
Der Kirchhof ist der älteste Echterdinger Begräbnisplatz. Er war im Mittelalter stark befestigt und mit Mauern und Wassergräben umgeben. Die "Pfarrwette" und die Kirchhofmauer sind die letzten Reste dieses alten Befestigungssystems, das auch die nördlich im Gebiet des Schafrains sich anschließende "Untere Burg" umfasste.
Die südliche Wehrmauer wurde wohl 1782 renoviert ( vgl. die Inschrift auf dem Torbogen). Bis zur Gründung der Pfarrei Musberg 1563, gehörten auch Leinfelden mit Ober- und Unteraichen, die Mühlen im Reichenbachtal und Weidach zum Echterdinger Pfarrsprengel. Die Wette hatte in späterer Zeit auch die Aufgabe, Wasser für Brandfälle bereit zu halten ("Feuersee") und in Trockenzeiten diente das Wasser der Pfarrwette zur Bewässerung. Man konnte mit Gespannen in die Pfarrwette einfahren, um Wasser in die großen Güllefässer zu pumpen. Eine Quelle, die sie dauerhaft mit Wasser versorgte, ist erst den letzten Jahrzehnten versiegt.
In der Beschreibung des Amtsoberamts Stuttgart von 1851 heißt es: "Die mit einer ziemlich hohen, von Reben umrankten Mauer umgebene Pfarrkirche, liegt etwas erhaben im nordöstlichen Theil des Orts und gewährt einen freundlichen Anblick."
Adresse
Burgstraße
70771 Leinfelden-Echterdingen
