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Vom Kriegsende bis zur Währungsreform.
Die Geschichte Leinfelden-Echterdingens 1945 - 1948

Autor/innen: Susanne Bock, Dr. Bernd Klagholz, Iris Lächele, Prof. Dr. Paul Sauer
Veröffentlichungen des Stadtarchivs LE, Band 3
Leinfelden-Echterdingen 1996
210 Seiten
13,50 Euro

Die Nachkriegszeit in Leinfelden-Echterdingen

Von der Besetzung der vier Gemeinden durch die Franzosen am 20./21. April 1945 bis zur Währungsreform im Juni 1948 zeigt das Buch vor allem den Alltag in der Nachkriegszeit. Die schwierigen Jahre waren geprägt von Not, Hunger und Mangel, aber auch vom Wiederaufbau und dem demokratischen Neubeginn. Breiten Raum nehmen die Erlebnisse und Erfahrungen von Zeitzeugen ein. In Interviews und Berichten schildern die Bürgerinnen und Bürger ihre Erinnerungen und illustrieren anschaulich - und manchmal amüsant - die eher nüchternen Fakten aus den Akten des Stadtarchivs.

Die fünf Kapitel des Buches setzen sich mit unterschiedlichen Fragestellungen auseinandersetzen: Das erste Kapitel befasst sich mit den letzten Tagen vor der Besetzung durch französische Truppen im April 1945. Er beschäftigt sich mit dem Kriegsende und der unmittelbaren Nachkriegszeit in den vier ehemals selbständigen Stadtteilen. Viele Fragen beherrschten damals die Gedanken der Einwohnerinnen und Einwohner: Würde militärischer Widerstand durch den Volkssturm geleistet werden? Würde der Ort beschossen und zerstört werden? Wie würden sich die siegreichen Besatzungstruppen verhalten?

Das zweite Kapitel fragt nach dem Alltag der Bevölkerung unter französischer und amerikanischer Besatzung: Wie war der Alltag, der durch zahllose Reglementierungen und Repressionen bestimmt war, zu bewältigen? Wie überlebte man bei Nahrungsmittelknappheit, die auch auf dem Land herrschte? Wie organisierte man das so dringend benötigte Brennmaterial? Wie wurden Wohnungen beschafft?

Das dritte Kapitel ist der Frage des demokratischen Neubeginns in den vier Gemeinden gewidmet: Wie war die Situation nach dem Einmarsch der Alliierten? Welche Personen waren bereit, sich in den neu gebildeten Gremien zu engagieren? Wer konnte, durfte und wollte sich den schwierigen Aufgaben stellen, die zu bewältigen waren? Wie waren die Ergebnisse der ersten demokratischen Wahlen nach 1933? Welche Personen standen an der Spitze der Verwaltung?

Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit den Heimatvertriebenen: Sie kamen in Gemeinden, die durch zwei schwere Luftangriffe stark zerstört worden waren und in denen schon vor Kriegsende Wohnungsnot herrschte. Wie konnten diese Menschen untergebracht werden. Wie verlief die Integration der Heimatvertriebenen? Wie war die Entwicklung der katholischen Kirchengemeinden?

Im fünften Kapitel gibt Professor Sauer einem grundlegenden Überblick über den demokratischen Neubeginn in Nordwürttemberg und Nordbaden unter der amerikanischen Besatzungsherrschaft. Damit werden die lokalgeschichtlichen Beiträge der vorangegangenen Kapitel in den größeren, übergeordneten Rahmen der Landesgeschichte gestellt.

Der Dank des Stadtarchivs gilt allen Bürgerinnen und Bürgern, die ihre Erlebnisse und Erfahrungen in der Nachkriegszeit so anschaulich geschildert haben, insbesondere den Mitgliedern der Geschichtswerkstatt Leinfelden-Echterdingen, sowie den Sponsoren für die Unterstützung bei der Drucklegung.

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