Das Siebenmühlental.
Bilder und Geschichte(n).

Redaktion: Dr. Bernd Klagholz, Jürgen Helmbrecht, Nikolaus Back
Veröffentlichungen des Stadtarchivs LE, Band 10
(zugleich Filderstädter Schriftenreihe zur Geschichte und Landeskunde Bd. 17)
Leinfelden-Echterdingen 2002
204 Seiten, rund 230 Fotos
13,50 Euro
Zwischen Musberg und Waldenbuch erstreckt sich das immer noch beschauliche Siebenmühlental. In seinem natürlichen Bachbett schlängelt sich der Reichenbach, von bewaldeten Hügeln umgeben. In dieser alten Kulturlandschaft wurde die Wasserkraft bereits im Mittelalter zum Antrieb von Mühlen genützt - die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem 14. Jahrhundert.
In einem alten Lagerbuch, dem Schönbuchurbar von 1383, ist von sieben Mühlen die Rede; darauf geht im Grunde der Begriff "Siebenmühlental" zurück. Die Zahl der Mühlen schwankte im Lauf der Jahrhunderte, heute zählen wir elf Mühlen und ehemalige Mühlengebäude. Lange Zeit hieß das Tal "Reichenbachtal": Der reiche, das heißt der wasserreiche Bach lieferte die natürliche Energie zum Antrieb der Mühlräder. Von den Mühlen ist heute nur noch eine in Betrieb, und die nutzt nicht mehr die Kraft des Wassers. Das Siebenmühlental hat längst einen Funktionswandel erfahren und ist zu einem beliebten Naherholungsgebiet und Ausflugsziel geworden, das seine Besucher durch die intakte Natur und Ursprünglichkeit in seinen Bann zieht.
Das Buch entstand in Kooperation mit dem Archiv der Nachbarstadt Filderstadt. Wenn das Siebenmühlental auch zum größten Teil auf Leinfelden-Echterdinger Markung liegt, so gehören doch zwei Mühlen zur Filderstädter und eine zur Waldenbucher Markung. Es ist die zweite Kooperation der Archive der beiden Großen Kreisstädte im Bereich der Orts- und Heimatgeschichte; bereits 1995 ist in deren Schriftenreihen das Buch "Das Filderkraut" als gemeinsamer Band erschienen.
Anliegen der Herausgeber war es zum einen, ältere, verstreut publizierte, schon fast in Vergessenheit geratene Beiträge über das Siebenmühlental zusammenzufassen und so dem interessierten Publikum wieder ins Bewusstsein zu rufen. Zum anderen sollte durch die Befragung von Zeitzeugen, die in Mühlen groß geworden sind, neue Erkenntnisse über das Leben und den Alltag in den Mühlen gewonnen und deren wertvolles historisches Wissen für die Zukunft gesichert werden. Auch die systematische Durchsicht des in beiden Stadtarchiven liegenden Zeitungsbestandes des Filder-Boten (Jahrgänge 1879 - 1933) auf Meldungen über die Mühlen war gewinnbringend. So entstand ein bunter Reigen sehr verschiedenartiger Beiträge, der - zusammen mit den vielen historischen Fotografien und Postkarten - vielleicht gerade den Reiz dieses Buches ausmacht.
Das Buch enthält auch einen Artikel über die 1928 eingeweihte Nebenbahnlinie Leinfelden-Waldenbuch, die durch das Siebenmühlental führte. Heute verläuft über diese Trasse der Bundeswanderweg.


