Ortsgeschichtlicher Rundgang durch Echterdingen
Der Förderverein Heimatmuseum lädt ein zu einem historischen Spaziergang durch den Stadtteil Echterdingen: Vom Rathaus aus dem 16. Jahrhundert führt der Weg über das Backhaus zur Kirche, dem einzig wirklich alten Gebäude Echterdingens, das im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt wurde. Durch die Burggasse geht es weiter zu den Häusern an der ehemaligen Burgmauer, vorbei an den Gebäuden im Schafrain, die nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges erbaut wurden, zur Zehntscheuer, die 1996 an der Stelle des alten Fruchtspeichers entstand. Nach Überquerung der Echterdinger Hauptstraße sind das Heimatmuseum und die Turmuhr aus der Werkstatt von Philipp Matthäus Hahn eine Besuch wert. Rund um die Obergasse erinnern Schweinestall und Scheuer, Nagelschmiede und Hopfendarre an das bäuerliche Leben im 18. und 19. Jahrhundert. Der Hof Stollsteimer (früher Gasthaus "Adler") und der Gasthof "Hirsch" waren gern besuchte Rastplätze an der "Schweizer Straße", einer der wichtigsten Fernverbindungsstraßen Württembergs nach Süden.
Der historische Rundgang im Ortskern von Echterdingen zeigt an 28 Stationen vor allem Gebäude aus den vergangenen zwei bis drei Jahrhunderten und erinnert an ihre frühere Funktion. Das einzige erhaltene Zeugnis der mittelalterlichen Geschichte ist die Kirche. Nach der Schlacht von Nördlingen im September 1634, zündeten die siegreichen kaiserlichen Truppen den Ort an und zerstörten vier Fünftel aller Häuser. Viele sehenswerte alte Fachwerkhäuser sind den Bombennächten 1944 und dem Bauboom der Nachkriegszeit zum Opfer gefallen: "In den vergangenen 50 Jahren hat sich mehr verändert als in 500 Jahren zuvor. Wir vergessen in unserer schnelllebigen Zeit oft zu rasch, wo unsere Wurzeln sind", schreibt der Förderverein Heimatmuseum Echterdingen in seiner Begleitschrift zum historischen Pfad. "Der Verein möchte altes Kulturgut nicht nur im musealen Bereich erhalten und pflegen, sondern auch das Bewusstsein für den ideellen Wert der Dinge wecken, die uns der Zahn der Zeit, insbesondere aber der Zweite Weltkrieg und unbedachtes Zerstören in den Nachkriegsjahren übriggelassen haben."
