Aktuelle Projekte des Stadtarchivs
Autobahnausstellung jetzt im Stadtarchiv
Wegen des nach wie vor großen Publikumsinteresses wird die Ausstellung „75 Jahre Jahre Autobahn über die Filder“, die im Stadtmuseum zu sehen war, nun auch in reduzierter Form in den Räumen des Stadtarchivs in Musberg, Schönaicher Sträßle 4 (Firmengebäude MHZ Hachtel) gezeigt. Sie ist dort vom 5. Februar bis 1. April 2012 zu sehen. Öffnungszeiten: jeweils sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr. Unter der Woche ist die Besichtigung nur nach telefonischer Voranmeldung unter 9975408/09 möglich.
Leinfelden-Echterdingen hat als Messe- und Flughafenstadt eine hohe Standortgunst und verfügt über eine exzellente Verkehrsanbindung. Hierzu trägt der Anschluss an die Bundesautobahn A8 (Stuttgart–München und Stuttgart–Karlsruhe), die die nördliche Gemarkungsgrenze der Stadt bildet, in hohem Maße bei. Die Grundlagen hierfür wurden in den 1930er Jahren zur Zeit des Nationalsozialismus gelegt.
Der Bau der Reichsautobahn (Stuttgart–Ulm) und des Landesflughafens Stuttgart-Echterdingen prägen die Stadt bis auf den heutigen Tag. Mit den beiden großen Infrastrukturprojekten wurde aber auch ein Prozess in Gang gesetzt, der bis heute anhält: die Zersiedlung der Filder, verbunden mit dem Verlust wertvoller landwirtschaftlicher Flächen. Vor 75 Jahren, am 27. September 1936, wurde der Abschnitt Stuttgart/Süd (Echterdingen) – Wendlingen/Unterboihingen als erstes Teilstück der Reichsautobahn Stuttgart–Ulm bei Echterdingen eingeweiht. Es war der erste Autobahnabschnitt, der in Württemberg in Betrieb genommen wurde. Der Autobahnbau, um den sich bis heute zahlreiche Mythen und Legenden ranken, war ein reines Propagandaprojekt („Die Straßen des Führers“) des zur Gigantomanie neigenden Regimes, für das infolge der damals noch geringen Motorisierung keine verkehrstechnische Notwendigkeit bestand.
Anhand seltener, bisher weitgehend unbekannter historischer Fotografien wird der Bau der Autobahn auf den Fildern dokumentiert. Er stand unter der Regie von Fritz Todt, dem Generalinspekteur für das Straßenwesen. Bei der Trassenführung kamen der Landschaftsästhetik – Ziel war die Harmonisierung von Landschaft und Straße – und dem Landschaftsschutz ein hoher Stellenwert zu. Um möglichst viele Arbeiter zu beschäftigen, wurde zunächst der Handarbeit der Vorzug vor dem Maschineneinsatz gegeben.
Luftbilder aus der Zeit nach 1945 zeigen die Autobahn, die zur sechsspurigen Funktionsschneise ausgebaut wurde, als nördliche Gemarkungsgrenze der Stadt Leinfelden-Echterdingen. Sie belegen gleichzeitig die fortschreitende Versiegelung der Filder und die Siedlungsentwicklung der Stadt Leinfelden-Echterdingen. In den letzten Jahrzehnten wurde man sich der ökologischen und städtebaulichen Folgeprobleme der bereits von den Nationalsozialisten angestrebten Vollmotorisierung bewusst. Die zunehmenden Umweltbelastungen durch Lärm und Schadstoff-Emissionen stellen die Kehrseite des Verkehrssystems Autobahn dar. Die Ausstellung wird durch historische Automodelle, ein Original-NSU-Motorrad (Bj. 1929), einem Modell des „Echterdinger Ei’s“ sowie von historischen Fotografien der einst sehr frequentierten Echterdinger Tank- und Rastanlage ergänzt.
75 Jahre Autobahn über die Filder
Neuauflage: Das Siebenmühlental
. Bilder und Geschichte(n).
Mühlen prägen seit dem Mittelalter das Tal des Reichenbachs. Ihre Geschichte und die Geschichten der Menschen, die in ihnen lebten, stehen im Mittelpunkt des Buches. Ein bunter Reigen ganz unterschiedlicher Berichte und viele bisher unveröffentlichte historische Fotografien.
Im Angesicht des Todes. Das KZ-Außenlager Echterdingen 1944/45 und der Leidensweg der 600 Häftlinge 
Von November 1944 bis Januar 1945 waren im KZ-Außenlager Echterdingen 600 jüdische Häftlinge in einem der Hangars untergebracht und mussten Zwangsarbeit für Reparaturarbeiten am Flughafen leisten. 119 von ihnen starben an Hunger, Kälte und Entkräftung. Der Historiker und Journalist Thomas Faltin hat in seinem Buch die Geschichte des KZ-Außenlagers auf den Fildern grundlegend erforscht. Er stellt den Alltag der Häftlinge aus 17 Nationen in ihrer verzweifelten Situation, geprägt durch Zwangsarbeit, Kälte und Hunger dar. Darüber hinaus verfolgt der Autor auch den Leidensweg der 600 jüdischen Häftlinge, für die Echterdingen nur eine Station innerhalb von langen Jahren KZ-Haft war.
Der Alltag im nationalsozialistischen Staat
Die Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur im heutigen Leinfelden-Echterdingen und die rasante ideologische Durchdringung aller Lebensbereiche nach der „Machtergreifung“ der NSDAP Anfang 1933 ist Thema der auf drei Bände angelegten Dokumentation des Stadtarchivs LE. Der zweite Band beschäftigt sich mit der Errichtung der Diktatur und dem Alltag im NS-Staat bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die Frage, wie sich die Herrschaft des Nationalsozialismus auf das Leben und den Alltag des oder der Einzelnen ausgewirkt hat, steht dabei im Mittelpunkt. Aus den mündlichen und schriftlichen Erinnerungen der Zeitzeugen wird deutlich, dass die damalige Jugend kaum eine Chance hatte, der politischen Indoktrination zu entgehen.
Nationalsozialismus in Leinfelden-Echterdingen
Das zeitgeschichtliche Projekt des Stadtarchivs will die Zeit des Nationalsozialismus in Leinfelden-Echterdingen erforschen: Wie hat der Alltag der Menschen ausgesehen und wie haben sie die nationalsozialistische Herrschaft vor Ort erlebt? Gab es Unterschiede in den einzelnen Stadtteilen? Wie war die Endphase der Weimarer Republik auf den Fildern? Wie kamen die Nazis an die Macht? Aus den Akten des Stadtarchive allein kann die Zeit des Nationalsozialismus nicht aufgearbeitet werden. Deshalb werden Zeitzeugen gesucht, die zwischen 1933 und 1945 hier lebten und ihr Wissen in das Projekt einfließen lassen. Näheres zum Projekt
Erntedankfest 1938 in Musberg


