Die Ergebnisse des Raumordnungsverfahrens
Das Raumordnungsverfahren führte zu Veränderungen der geplanten Bahntrassen im Filderbereich: Der ursprünglich oberirdisch geplante Bahnhof am Flughafen wurde nach Abschluss des Raumordnungsverfahrens zum unterirdischen Bahnhof unter der Flughafenrandstraße weiter entwickelt und über eine Schleife an die Haupttrasse angebunden. Die Ostumfahrung Plieningens wurde in eine oberirdische Westumfahrung entlang der Autobahn-Nordseite verändert, der Flughafen über einen Durchgangsbahnhof an diese Strecke angeschlossen.
Die Ergebnistrasse des Raumordnungsverfahrens
Die geänderte Streckenführung am Flughafenbahnhof
Die Führung der Gäubahn über die Filder-S-Bahn wurde im Raumordnungsverfahren nicht beanstandet, da die Belange des Natur- und Freiraumschutzes sowie finanzielle Gründe dem Schutzbedürfnis der Anwohner vor Lärmemissionen und der Möglichkeit höherer betrieblicher Flexibilität vorzuziehen seien. Die Beibehaltung der heutigen Trasse führe zu Mehrkosten in Höhe von mindestens 265 Mio. DM.
Als Ergebnis der Umweltverträglichkeitsuntersuchung wurden zwar summarisch mögliche Grenzwertüberschreitungen um etwa 5 dB(A) tagsüber und 4 dB(A) während der Nacht aufgezeigt. Gleichzeitig wurde aber betont, dass die Kosten für Schallschutzmaßnahmen auf einer Länge von rund 1600 Metern voraussichtlich deutlich unter 10 Mio. DM liegen werden und kein Rechtsanspruch auf Schallschutz entstehe. Gleichwohl wurde empfohlen, einen Lärmminderungsplan zu erstellen sowie die Gewährung von Lärmschutz und ein Seitenablagerungskonzept entlang der Autobahn zu untersuchen. Ein Regionalexpress-Halt in Leinfelden wurde - bei ausreichendem Verkehrsbedürfnis - in Aussicht gestellt.
Eine vertiefte Untersuchung der Gäubahnvarianten unter Umwelt- und Kostengesichtspunkten erfolgte nicht. Der Trassierungsvorschlag der Stadt wurde ebenfalls nicht weiter untersucht.
Die Stadt bekräftigte in ihrer Stellungnahme vom 23.12.1997 die Ablehnung der geplanten Gäubahnführung und der prognostizierten Immissionsüberschreitungen und forderte nochmals eine Betrachtung der Gesamtbelastung und die Untersuchung der städtischen Anregungen im Verfahren.
