Stuttgart 21
Im Rahmen des Ausbaus der Bahnstrecke Stuttgart - Augsburg sieht das Projekt Stuttgart 21 unter anderem den Neubau einer Schnellbahntrasse Stuttgart - Wendlingen unter Anbindung des Flughafens sowie die Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart vor. Die Planungen zu Stuttgart 21 wurden im Jahr 1994 durch eine Machbarkeitsstudie eingeleitet. Aus dieser Untersuchung wurde 1995 unter Mitwirkung des Bundes, des Landes Baden-Württemberg, des Verbandes Region Stuttgart und der Landeshauptstadt Stuttgart ein Vorprojekt entwickelt, das die Basis für die Prüfung der Raumverträglichkeit innerhalb eines Raumordnungsverfahrens bildete.
Die Führung der Gäubahn über die Gleise der Filder-S-Bahn auf der Gemarkung von Leinfelden-Echterdingen ergibt sich aus der geplanten Umgestaltung des Stuttgarter Hauptbahnhofs in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof. Durch die vorgesehene Drehung der Schienenachse um 90 Grad muss die bestehende Führung der Gäubahn über die Strecke Vaihingen - Westbahnhof zum Hauptbahnhof aufgegeben werden. Das Vorprojekt sieht deshalb den Umbau der Rohrer Kurve zu einem Gleisdreieck vor, das den Übergang der Gäubahn auf die S-Bahnstrecke Stuttgart - Flughafen ermöglicht. Am Flughafen soll die S-Bahntrasse mit der Schnellbahntrasse Stuttgart - Wendlingen - Ulm verbunden werden, über die in einer unterirdischen Linienführung der neue Hauptbahnhof Stuttgart erreicht wird.
Nähere Informationen über den Stand der Planungen können Sie auf den Internetseiten des Projekts Stuttgart 21 nachlesen: www.das-neue-herz-europas.de
Gäubahnführung durch LE
Die Führung der Gäubahn über die Gleise der Filder-S-Bahn in LE ist Teil des Projekts Stuttgart 21 der Deutschen Bahn AG. Durch die geplante Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs mit Drehung der Gleise um 90 Grad wird eine neue Anbindung der Gäubahn-Strecke erforderlich. Die Gäubahnzüge sollen deshalb über die umgebaute Rohrer Kurve auf die Strecke der Filder-S-Bahn gelenkt und nach Durchquerung von Leinfelden und Echterdingen auf der bestehenden Trasse am Flughafen an die geplante Schnellbahntrasse Stuttgart-Ulm angebunden werden.
In den Jahren 1996/1997 hat das Regierungspräsidium Stuttgart ein Raumordnungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsuntersuchung eingeleitet. Bereits 1996 lehnte der Gemeinderat in seiner Stellungnahme die Führung der Gäubahn auf der S-Bahn-Strecke Rohr - Flughafen ab und beantragte die Alternativuntersuchung einer Linienführung entlang der Autobahn und einer kompletten Tunnellösung von Oberaichen bis zum bestehenden Tunnel in Echterdingen. Diese Alternativuntersuchung wurde vom Planungsträger, der Deutschen Bahn AG, nicht durchgeführt.
Als Ergebnis des Raumordnungsverfahrens wurde die Führung der Gäubahn auf der Filder-S-Bahn nicht beanstandet: Die Belange des Natur- und Freiraumschutzes sowie finanzielle Gründe seien dem Schutzbedürfnis der Anwohnerinnen und Anwohner vor Lärmemissionen vorzuziehen. Worauf hin der Gemeinderat 1997 seine Ablehnung der geplanten Gäubahnführung und der prognostizierten Immissionsüberschreitungen bekräftigt und nochmals eine Betrachtung der Gesamtbelastung gefordert hat.
Nach Verhandlungen mit dem Flughafen über eine Kostenbeteiligung wurde der oberirdische Flughafenbahnhof zum unterirdischen Bahnhof unter der Flughafenrandstraße weiter entwickelt, der über eine Schleife an die Hauptstrecke angebundenen ist. Auf Grund der Unklarheiten über die Finanzierung des Projekts wurde das Verfahren zunächst nicht weiter betrieben; das bereits angekündigte Planfeststellungsverfahren wurde nicht durchgeführt. Die Stadt LE war indessen nicht untätig: Sie hat ihre Rechtsposition begutachten lassen, mögliche Schallschutzmaßnahmen geprüft und in die Stadtplanung einbezogen. Daneben versucht die Stadt, in Verhandlungen mit dem Land und der Deutschen Bahn AG, verbindliche Zusagen für eine Gesamtlösung zu erreichen.
Der aktuelle Stand
Zu einem Informationsgespräch über Stuttgart 21 und die Auswirkungen auf den Filderbereich kam Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender Deutsche Bahn AG, am 17. November nach Echterdingen. Die Initiative zu dieser Gesprächsrunde mit Vertretern der betroffenen Kommunen, aus Wirtschaft und Politik, ging von OB Roland Klenk und dem CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Hennrich aus, denn der Landkreis Esslingen ist neben der Landeshauptstadt Stuttgart am meisten von dem Bauprojekt betroffen.
Die Stadt Leinfelden-Echterdingen hatte deshalb in Abstimmung mit den Gemeinderatsfraktionen einen umfangreichen Fragenkatalog zusammengestellt und vorab an Bahnchef Grube weitergeleitet. Weil die Zeit nicht ausreichte, alle Fragen zu beantworten, regte Dr. Grube für den 27.12. eine zweite Gesprächsrunde an.
Eckart Fricke bei der AG Stuttgart 21
Am 16. August 2011 informierte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG, Eckart Fricke, die Arbeitsgruppe Stuttgart 21 über den Stand der Planung zum bevorstehenden Planfeststellungsverfahren 1.3. für den Bereich Rohrer Kurve - Flughafen. Themen waren u.a. die Zugdichte und Lärmbelastung, die Ausgestaltung der Station Terminal im Flughafenbahnhof sowie eine Trassenvariante entlang der Autobahn. Die Stellungnahme der Bahn auf die Fragen aus dem Kreis der Arbeitsgruppe und den Zuhörern wurde von Eckart Fricke schriftlich nachgereicht:
