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In die Karten geschaut

Europas größte öffentliche Spielkartensammlung können Sie im Archiv des Deutschen Spielkartenmuseum ansehen: Über 20.000 Kartenspiele mit mehr als einer Million Einzelkarten aus sieben Jahrhunderten und allen fünf Kontinenten, dazu Kartenpressen, Spieltische und eine umfangreiche Spezialbibliothek.



Einen breiten Raum in der Sammlung nehmen die Lehr- und Wahrsagekarten ein. Besonders die Sammlung der asiatisch-indischen Spielkarten gilt als die umfassendste und schönste weltweit.

In wechselnden Ausstellungen, die mittlerweile alle im Stadtmuseum Leinfelden-Echterdingen (Stadtteil Echterdingen) gezeigt werden, geben die bunten Kartenbilder Zeugnis über das kulturelle und historische Geschehen, aber auch über die Geschichte der handwerklichen und industriellen Herstellung ihrer Entstehungszeit. Ein alltäglicher Gegenstand wird so zu einem faszinierenden Spiegel der Vergangenheit und Gegenwart. 2005 bekam das Museum die Auszeichnung „Besondere Sehenswürdigkeit der Region Stuttgart“.

Das „Schwäbische Bild“ und Spielkarten aus Schwaben

Ausstellung im Spielkartenmuseum vom 5. Mai. 2015 bis 1. Mai 2017

Anlässlich des Jahrestreffens der Spielkartenfreunde „Bube Dame König“ (Spielkartengesellschaft aus Deutschland) und „Talon“ (Spielkartenvereinigung aus Österreich-Ungarn) in Leinfelden-Echterdingen fand vom 5. bis 8. Mai 2016 eine Spielkartentagung mit fein abgestimmtem Rahmenprogram statt.

Das Deutsche Spielkartenmuseum in Leinfelden-Echterdingen hatet gemeinsam mit Sigmar Radau von Bube Dame König aus Berlin bislang Verborgenes zu Spielkarten und ihren Herstellern aus Schwaben entdeckt und zusammengetragen. Zahlreiche Leihgaben aus privaten Sammlungen ergänzten und bereicherten die Schau. Es handelte sich um 18 Objekte (13 Kartenspiele und 5 Druckbögen) aus Privatsammlungen in Berlin, Altenburg, und Hannover.

Diese Exponate waren in einer übersichtlichen Kabinettausstellung im Schaudepot des DSM in Leinfelden-Echterdingen (Stadtteil Leinfelden, Schönbuchstr. 32, Schönbuchschule, UG) zu sehen, wo sie am Freitag, 6. Mai 2016 von BM Dr. Kalbfell eröffnet wurde.

Versammelt waren Raritäten wie Spielkarten, teilweise nur noch fragmentarisch erhalten und Druckbögen des 16. Jahrhunderts. Diese Vorläufer des „Schwäbischen Bildes“ stellen die Grundlage der später im 19. Jahrhundert hergestellten farbenfrohen und ansprechenden Bildszenen auf den Zahlenkarten dar. Der Schwerpunkt der Ausstellung lag auf dem 19. Jahrhundert, als die Spielkarten besonders prächtig und noch manufakturmäßig hergestellt wurden.

Es gibt Ausprägungen davon die in Ulm, Darmstadt und auch Stralsund entstanden sind, wobei diese Herstellungsorte zunächst die Typbezeichnung für die Spiele abgaben. Heutzutage ist man sich in der Sammlercommunity einig, sämtliche Varianten – produziert durch zahlreiche Hersteller an unterschiedlichen Standorten – unter dem Begriff „Schwäbisches Bild“ zusammenzufassen.

Die Vielfalt in der Einheit sollte in der Ausstellung aufgezeigt werden. Ein umfangreicher von den Autoren Sigmar Radau und Dr. Jürgen F. Kranich (beide aus Berlin) erstellter Katalog: Das Schwäbische Bild, Studien zur Spielkarte Nr. 37, Berlin 2016, 269 Seiten, kann Detailfragen dazu erläutern.

Das Rahmenprogramm sah ferner vor, anhand von Vorträgen am Samstag, 7. Mai 2016, weitere Spielkartenthemen aufschlussreich zu erörtern. Dazu war die geneigte Öffentlichkeit sehr herzlich eingeladen. Die Vorträge fanden statt im Stadtmuseum Leinfelden-Echterdingen (Stadtteil Echterdingen, Hauptstraße 79, 1. OG):

Uhrzeit/ Redner Titel/ Dauer
10.00 UhrDr. Annette Köger Anmerkungen zur Museumssammlung oder wie kommen die Karten in die Schatzkammer30 Min.
10.30 UhrSigmar Radau Das Schwäbische Bild40 Min.
11.30 UhrDr. Daniel Schulz Bei Herzogs an der Wand- bei Königs unterm Fußboden30 Min.
14.05 UhrPeter Endebrock Ein schönes Spiel für junge und alte Republikaner40 Min.
14.40 UhrCarsten Mintert Spielkarten-Verschlussmarken in Österreich30 Min.
15.30 UhrDr. Kay Stolzenburg Silver screen on Playing Cards30 Min.

Die Mitgliederversammlung der beiden Spielkartenvereinigungen schloss sich an, ebenso wie ein gemeinsam geplantes Abendessen, um diverse Fragestellungen zur Spielkarten Geschichte zu vertiefen oder die Tagung mit neuen Projektideen ausklingen zu lassen.


1997 bis 2015: Vergangene Ausstellungen im Deutschen Spielkartenmuseum (371,3 KB)

Zur Besichtigung für Einzelbesucher und Gruppen – auch im Rahmen einer Gästeführung – bitten wir um telefonische Voranmeldung unter: 0711 75 60 120.


  • S-Bahnen S2 und S3, Stadtbahn U5: Haltestelle „Leinfelden“
  • Buslinien 35 und 36: Haltestelle „Spielkartenmuseum“
  • PKW: Parkmöglichkeiten vor dem Haus