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Verkehrsentwicklungsplan 2030: Konzept für bessere Mobilität

Einen groben Rahmen für die künftige Verkehrsplanung in Leinfelden-Echterdingen gibt der Verkehrsentwicklungsplan 2030 vor. Konkreter wird das Mobilitätskonzept mit einer Maßnahmenliste, von der erste Maßnahmen bereits umgesetzt wurden. Beidem hat der Gemeinderat zugestimmt.

Luftbild von Leinfelden-Echterdingen

Von einem „Meilenstein“ sprach Erste Bürgermeisterin Eva Noller und erinnerte an die intensive Bürgerbeteiligung im Vorfeld. Eingebunden waren zudem Verbände, Institutionen und Wirtschaftsunternehmen. Auf Basis der Datenerhebung zu den Verkehrszahlen entstand in Zusammenarbeit mit dem Büro Brenner Bernard und dem Institut Weeber + Partner ein ganzes Maßnahmenbündel. Einmal im Jahr wird dem Gremium künftig eine Jahresplanung vorgelegt werden.

Wesentliches Ziel des Mobilitätskonzeptes ist die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs von derzeit 57 auf 46 Prozent. In Planung ist ein Radverkehrskonzept; u.a. wird der Radweg Fasanen-/Meisenweg voraussichtlich noch in diesem Jahr verbreitert und asphaltiert. Der Radweg Stetten-Echterdingen als Zubringer zum S-Bahnhof wurde verbreitert. Der Aufbau eines Fahrradverleihsystems ist angedacht. Bereits realisiert wurden auch 40 Fahrradboxen an den S-Bahnhöfen sowie barrierefreie Bushaltestellen.

Ein optimiertes Busliniennetz wird zu Jahresbeginn 2019 umgesetzt, u.a. wird es dann zwei neue Verbindungen geben: Eine Linie, die auf schnellem Weg Musberg und Stetten verbindet, und eine, die im Ringverkehr die Stadt mit dem Flughafen und Bernhausen verbindet. Die Verlängerung der U5 nach Echterdingen bleibt weiterhin ganz oben auf der Prioritätenliste, ebenso der Citybus.

Geplant sind ferner elf sogenannte Mobilitätspunkte an ÖPNV-Haltestellen: mit zum Beispiel Radstellplätzen, E-Ladestationen oder Carsharing. Für die beiden ersten Mobilitätspunkte in Echterdingen (Stadionstraße) und Stetten (Ungerhaldenweg) erhält die Stadt einen 70-prozentigen Zuschuss aus dem Programm Nachhaltige Mobilität des Verbands Region Stuttgart.

Untersucht werden derzeit außerdem die verkehrlichen Auswirkungen und möglichen Verkehrsverknüpfungen der Osttangente zwischen Maybach- und Max-Lang-Straße als Teil der Nord-Süd-Straße.

Im Technischen Ausschuss und im Gemeinderat wurde von den Ratsmitgliedern gefordert, dass man über die einzelnen Maßnahmen vor ihrer Realisierung reden müsse, was EBM Noller zusagte. „Wir müssen abwägen, was priorisiert werden soll“, betonte Stadträtin Barth-Rapp (Grüne). Der Verkehrsfluss müsse besser werden, sagte Stadträtin Koch (CDU), das Augenmerk ihrer Fraktion liege auf dem Autoverkehr. Allerdings seien auch Sanierungsmaßnahmen angesichts des „desolaten Zustands“ vieler Straßen eine wichtige Aufgabe, darauf wies Stadtrat Klauser (SPD) hin.

Für die Fraktion LE Bürger/FDP beantragte Stadtrat Kemmner eine Priorisierung der „dringlichsten Großmaßnahmen“ Nord-Süd-Straße/Osttangente, U5-Weiterführung und ein Parkkonzept gemeinsam mit Messe und Flughafen.