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Städtebauliche Aufwertung der historischen Mitte

Die geplante Sanierung der historischen Mitte von Echterdingen – in etwa das Gebiet zwischen Garten-, Bernhäuser, Filderbahn-, Hauptstraße und Lehmgrubenweg – ist einen weiteren Schritt vorangekommen. Nach dem Technischen Ausschuss hat sich auch der Gemeinderat für die Vergabe der Voruntersuchung an zwei Planungsbüros ausgesprochen.

Echterdinger Rathaus und Kirchplatz mit Backhäusle

Die städtebaulichen Defizite nördlich und südlich des Rathauses in Echterdingen sind augenfällig. Grund dafür sind auch mangelnde Instandhaltung, Leerstand oder kaum genutzte ehemalige landwirtschaftliche Höfe. Außerdem dürfte das eine oder andere versteckt liegende Gebäude baufällig sein. Auch einige Straßenräume geben nach Ansicht von Baubürgermeisterin Eva Noller ein „unbefriedigendes Bild“ ab. So wird etwa die Verbindung zwischen der Bernhäuser Straße und dem S-Bahnhof als zu schmal und unattraktiv empfunden.

Doch das soll sich ändern. „Mit der Sanierung der historischen Mitte von Echterdingen soll der Ortskern aufgewertet und saniert werden“, betonte Noller. Planungsamtsleiter Philipp Schwarz fand dafür schon fast poetische Worte: „Wir wollen mit der Sanierung Schätze bewahren und hoffentlich neue Schätze heben.“

Dafür fordert der Gesetzgeber allerdings eine vorbereitende Untersuchung des  Sanierungsgebiets. Die Gremien haben zugestimmt, die beiden Büros STEG Stadtentwicklung GmbH sowie Cityplan damit zu beauftragen. Die Kosten für die Voruntersuchungen betragen 45.000 Euro, sie werden zu 60 Prozent von Bund und Land übernommen.

Von den Planern werden die städtebaulichen und wirtschaftlichen, aber auch sozialen und ökologischen Mängel im 12,3 ha großen Gebiet untersucht und wesentliche Defizite aufgezeigt. Außerdem sollen die Anwohner und Eigentümer nach ihren Vorstellungen befragt werden, und es soll auch die Öffentlichkeit bei diesem wichtigen städtebaulichen Vorhaben miteinbezogen werden. Vorgesehen ist eine öffentliche Informationsveranstaltung, sobald die Ergebnisse der Untersuchungen beider Büros vorliegen. Gespräche mit den Bürgern seien sehr wichtig bei einem solchen Vorhaben, das zeige die Erfahrung, sagte Stadtrat Klauser (SPD).

Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen die Planer dann einen Rahmenplan als Basis für die zukünftigen Sanierungsmaßnahmen entwickeln und ein Maßnahmen- und  Finanzierungskonzept darstellen. Immerhin hat das Land bereits 1,8 Millionen Euro als erste Tranche einer Förderung zugesagt. „Über die genauen Sanierungsziele wird dann der Gemeinderat entscheiden“, so die Baubürgermeisterin.

Auch die konkrete Abgrenzung des Sanierungsgebiets wird der Gemeinderat erst in einem nächsten Schritt diskutieren. Wenn die Voraussetzungen geschaffen seien, müsse man die „Feinabgrenzung“ festlegen, sagte Stadtrat Dr. Huber (FW).

Auch wenn dieser Bereich „nicht der allerhistorischste“ im Ort sei, sagte Noller, so werde er doch durch die Kirche, das alte Pfarrhaus, das Rathaus oder den Marktplatz als historische Ortsmitte wahrgenommen, weshalb man für dieses Sanierungsgebiet auch eben diesen Begriff gewählt habe.

Aber auch auf der anderen Seite der Hauptstraße gebe es denkmalgeschütze und  erhaltenswerte Gebäudeensembles, die nicht verloren gehen sollten, betonte Stadtrat Haug (L.E. Bürger/FDP). Über Anschlussprojekte könne man nachdenken, meinte dazu Stadträtin Fellmeth (CDU), aber man sollte nicht gleich zu Beginn einen zu großen Bereich ins Auge fassen.

Der Fraktion L.E. Bürger/FDP sei außerdem sehr daran gelegen, „tiefgründig zu untersuchen“, ob der neue Teil des Rathauses saniert werden könne oder abgerissen werden müsste, sagte Stadtrat Kemmner.