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„Historische Mitte Echterdingen“ bekommt Fördermittel

Leinfelden-Echterdingen erhält zur Sanierung der historischen Mitte in Echterdingen 1,8 Mio. Euro aus dem  Landesstädtebauprogramm. „Darüber sind wir sehr glücklich“, sagt Erste Bürgermeisterin Eva Noller. Der Betrag entspricht 60 Prozent der geplanten Drei-Millionen-Sanierungsmaßnahme.

Dem alten Ortskern (die Karte stammt von 1827) soll Lebens- und Wohnqualität zurückgegebenwerden. EBM Noller und Planungsamtsleiter Schwarz können die vorbereitende Untersuchung in die Wege leiten.

Das 12,1 Hektar große Gebiet wird das dritte große Sanierungsgebiet in der Stadt sein, nach „Waldhorn“ und „Westlich der Max-Lang-Straße“. „Die Wiege des Ortes“ nennt die Baubürgermeisterin den historischen Ortskern rund um die Stephanuskirche,  zwischen Haupt-, Filderbahn- und Gartenstraße. Die städtebaulichen Ziele sind die Sanierung historischer bedeutsamer  Bausubstanz, öffentlich wie privat, und die Aufwertung des öffentlichen Raums insgesamt.

Es gehe um „Aufenthaltsqualität“, die ja auch für den Handel von Interesse sei, sagt EBM Noller. Dazu gehöre eine angenehme Begehbarkeit der Straßen und Plätze durch neue Beläge und natürlich Barrierefreiheit. Kaum sichtbar, so Noller, sei beispielsweise die „Wette“ am Kirchplatz; sie könne sich das Thema Wasser gut als ein belebendes Gestaltungselement vorstellen.

Auch der Anbau des Rathauses aus den 1960er-Jahren gehört zum Sanierungspaket, er ist nicht barrierefrei und weist erhebliche bauliche Mängel auf. Später soll noch die Bernhäuser Straße aufgewertet werden. Zwar wird erst mit dem gemeinderätlichen Satzungsbeschluss die Reihenfolge der Maßnahmen bestimmt. Doch Priorität soll die Verbesserung der Anbindung der S-Bahnstation an die historische Mitte haben: Die Burgstraße, die auch Schulweg ist, soll sichere Fußgänger- und Radwegverbindungen erhalten.

Anstoßen will man zudem das innerstädtische Wohnen. Förderprogramme seien oft die Initialzündung für private Bau- oder Sanierungsmaßnahmen, weiß Philipp Schwarz, Leiter des Stadtplanungsamtes. Und es gebe in dem Gebiet durchaus ungenutzte oder als Lager verwendete Flächen, auf denen Wohnungen entstehen könnten. Als erster Schritt wird nun noch vor der Sommerpause die sogenannte Vorbereitende Untersuchung in die Wege geleitet, in die bereits ein Architekt einbezogen werden soll. „Wir wollen früh mit einer gestalterischen Vorstellung an die Sanierung herangehen“, sagt Schwarz.

Die Sanierungssatzung würde dann im ersten Quartal 2018 beschlossen. Sie legt die Abgrenzung des Sanierungsgebietes und das Maßnahmenkonzept fest. Weil viele Flächen in dem Gebiet in städtischer Hand sind, dürfte die Sanierung ohne größere Stolpersteine umgesetzt werden können.