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Esslinger Straße: Ratsmehrheit hält Busbucht für sicherer

Die neuen Buslinien, die mit Einführung des Liniennetzbündels1 ab Dezember durch die Stadt fahren, werden zum Teil neue Haltepunkte anfahren. Zum Beispiel in der Esslinger Straße/Stadionstraße, wo jenseits der Unterführung parallel zur B27 die Stadtbahnlinie U6 nach ihrer Verlängerung bis zur Messe halten wird. Ob dann in der Esslinger Straße in Fahrtrichtung Norden ein Straßenhalt oder eine Busbucht besser wäre, nämlich sicherer, wurde im Gemeinderat heftig diskutiert.

Lastwagen- und Aotoverkehr auf der Esslinger Straße
Möglichst nahe an der Unterführung soll die Busbucht entstehen. | Foto: Bergmann

Schon bei der Vorberatung im Technischen Ausschuss waren die Meinungen kontrovers, weshalb Stadtrat Haug (L.E. Bürger/FDP) die Verweisung ins Vollgremium beantragt hatte. Vertreter von Verwaltung und Gemeinderat schauten sich die Verkehrssituation bei einer Ortsbesichtigung an.

Das Regierungspräsidium hat zwischenzeitlich erklärt, dass eine Busbucht 30 bis 35 Meter zurück, weg von der Unterführung verschoben werden müsste wegen der „anbaufreien Zone“ zur Schnellstraße. Dies würde den Gehweg zur künftigen U6-Haltestelle und den dort von der Stadt geplanten Mobilitätspunkt jedoch verlängern.

Gefahrensituation an der Unterführung

Schon im TA hatten sich die Freien Wähler gegen einen Bushalt auf der Straße ausgesprochen. Stadtrat Kizele machte im Gemeinderat erneut auf die Gefahrensituation an der Unterführung aufmerksam: „Wir sind täglich vor Ort und erleben das!“ Die Straße sei nicht einsehbar aus der Unterführung, immer wieder würden Autofahrer das Rotsignal der Ampel in der Esslinger Straße ignorieren und mit erhöhter Geschwindigkeit durchfahren.

Schon jetzt gebe es landwirtschaftlichen sowie den LKW-Verkehr von und zur Gärtnerei und Biogasanlage, und der Verkehr werde mit einem SSB-Halt noch zunehmen. „Wir wollen kein Staukonzept, sondern ein Mobilitätskonzept“, sagte Stadtrat Vohl, und eine Busbucht würde viel eher zum Verkehrsfluss beitragen.

Ein Straßenhalt blockiere den Verkehr, „vor allem dann, wenn zwei Busse in beide Fahrtrichtungen gleichzeitig anhalten“, stimmte Stadtrat Klauser (SPD) zu; er habe seine Ansicht geändert und plädiere nun ebenfalls für eine Busbucht. Die wäre für alle Verkehrsteilnehmer sicherer, sagte seine Fraktionskollegin Sinner-Bartels.

„Mit der U6 wird es dort zusätzlichen Verkehr geben, eine Bucht ist sicherer“, war auch die Aussage von Stadtrat Kemmner namens der Fraktion L.E. Bürger/FDP. Stadträtin Onayli (L.E. Bürger) machte auf die Situation in Unteraichen am FEZ aufmerksam: „Die haltenden Busse werden von den Autos überholt!“ Auch Stadträtin Moosmann (Freunde der Filderpiraten) sprach sich für eine Busbucht aus.

Doch gerade ein Halt auf der Straße sei sicherer, betonte hingegen Stadtrat Mailänder (Grüne): weil die Autofahrer dann halten müssten. Außerdem entfalle das Einfädeln in den fließenden Verkehr. Wichtig sei ein kurzer Fußweg zur U6 und zum Mobilitätspunkt, so Stadtrat Armbruster (Grüne), zu befürchten wäre in einer Bucht auch ein Hol- und Bringverkehr; denkbar wäre eine Ampelanlage, die Busse bevorrechtigt.

Man wolle mit dem ÖPNV „Menschen bewegen“, sagte Stadträtin Fellmeth, die CDU plädiere für einen Straßenhalt: „Ein Bus, der auf der Straße anhält, ist schneller.“ Ohnedies würden doch nur wenige Busse pro Stunde auf der Strecke fahren. CDU-Stadtrat Engel erklärte hingegen, dass er nach der Ortsbesichtigung seine Meinung geändert habe: „Der Verkehr wird zunehmen, eine Ausbuchtung wäre dort sicherer.“

Er sei ebenfalls für eine Busbucht, sagte OB Klenk. Man werde mit dem Regierungspräsidium nochmals klären, ob eine Bucht nicht doch näher zur Unterführung gerückt werden könne.

Mit 15 Ja- und 8 Nein-Stimmen wurde für eine Busbucht votiert. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Richtung Süden wird wie geplant ein Straßenhalt angelegt. Zugestimmt wurde dem künftigen Bushalt Sielminger Straße. Er soll wie schon die Interimshaltestelle an der Kreuzung vor der Ampel sein.