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Stadtspaziergang durch Echterdingen mit Eva Noller

Ende Oktober bot Erste Bürgermeisterin Eva Noller zum zweiten Mal nach 2015 eine Führung durch den Stadtteil Echterdingen an. Damals stand der Abschluss des Sanierungsgebiet Waldhorn im Mittelpunkt. Jetzt wurde der Blick auf künftige Projekte gerichtet.

Ausgangspunkt der Tour war die Dieselstraße, wo sich viele interessierte Bürger, Vertreter der technischen Verwaltung sowie zahlreiche Stadträte vor dem unlängst eröffneten Moxy-Hotel eingefunden hatten.

Stark belasteter Verkehrsknotenim Norden Echterdingens

Das große Thema hier ist die Verkehrssituation im Echterdinger Norden. „Die Verkehrsbelastung ist am Anschlag, wir haben sehr lange Staus und die Leistungsfähigkeit ist erschöpft“, sagte Andrea Egner, Leiterin des Amts für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau. Das hat viele Gründe. Da sind der hohe Pendlerverkehr, jede Menge Durchgangsverkehr, die B27. Hinzu kommt neuer Verkehr wegen der Erweiterung und Umnutzung der Gewebegebiete, aber auch durch das Wohngebiet Aicher-Layhweg. Prognosen für 2030 verheißen einen weiteren Verkehrsanstieg. Zeit also für die Verwaltung, an dieser Stelle mit einer Umgestaltung zu beginnen. Für den ersten Bauabschnitt in der Dieselstraße habe man nun den Baubeschluss. Es kann laut EBM Noller diese Woche losgehen (die komplette Maßnahme soll Ende 2018/Anfang 2019 beginnen).

Vorgesehen ist, die Dieselstraße auszubauen: „Es werden beidseitig Gehwege, Grünstreifen angelegt und die Fahrbahn auf 6,50 Meter Breite vergrößert, die dann auch LKW-Begegnungsverkehr möglich macht“, erläuterte Andreas Waibel, stellv. Leiter Amt für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau. Sie soll dann an die Hauptstraße an eine Ampelkreuzung angeschlossen werden. Ziel sei eine Entlastung des sehr stark frequentierten Kreisels an der Nikolaus-Otto-Straße durch weitere Fahrstreifen.

Die Stadtplaner haben dabei zwei weitere Verbesserungen im Blick: Die eine betrifft die Autofahrer, die von der Ulmer Straße beim Rewe-Center kommen: Sie konnten bzw. durften ortseinwärts nicht links nach Echterdingen abbiegen. Durch eine „Umfahrt“ werde man künftig die Möglichkeit haben, wieder umzukehren“, so Waibel. Dies sei auch dem Regierungspräsidium sehr wichtig gewesen.

Deutlich von den Veränderungen profitieren sollen auch die Fußgänger. Die haben bis heute, sei es vom Holiday Inn oder Moxy, rüber zum Rewe keine sichere Überquerungsmöglichkeit. Ein Überweg an der Ampel soll Abhilfe schaffen. Nicht zu vergessen: Die Entwicklung des Grundstücks hinter dem Moxy-Hotel. „Da wird es ja eine Entwicklung als Bürostandort geben, d. h. da kommen zusätzlich Verkehre“, so Noller. „Wir rechnen schon damit, dass in dem Gebiet später viele Leute zum Mittagessen rüber laufen“, meinte Egner.
Waibel ergänzte, dass man „hier natürlich auch als Radfahrer weiterkommen muss. Dieser Knotenpunkt wird als Geh- und Radweg gestaltet, bis zum Kreisverkehr Nikolaus-Otto-Straße.“

Stadteinwärts soll die Ampel auch als Pförtnerampel wirken. Befürchtungen von Rückstaubildung konnte Egner entkräften, da das Signal dann rechtzeitig auf Grün schalten und der Verkehr abfließen würde. „Wir lösen damit natürlich nicht alle Probleme der Hauptstraße, aber wir werden den Verkehr hier halbieren, so ist es prognostiziert, hob EBM Noller hervor.

Mobilitätspunkt Bahnhof

Auch an anderen Stellen in Echterdingen hat die Stadtverwaltung die Verbesserung des Verkehrs, inklusive des ÖPNV bzw. der innerstädtischen Mobilität im Visier: Das wird bei der zweiten Station des Stadtspaziergangs deutlich, am Bahnhof Echterdingen, „einer der wichtigsten Mobilitätspunkte“, wie Noller betonte. Es gibt insgesamt drei: „Das sind der Bahnhof hier, der Bahnhof in Leinfelden und der in Oberaichen.“ Es gehe darum, einzelne Elemente aufzusatteln, dass sie für Umsteiger noch bequemer und besser werden. Dazu zählen jetzt bereits installierte Fahrradboxen, die Pendler für 60 Euro im Jahr mieten können (mehr dazu auf der Internetseite der Stadtwerke LE). Ab März 2018 wird die Stadt hier als zusätzliche Möglichkeit der Mobilität zehn Leihfahrräder und zwei Pedelecs zum Mieten anbieten, dasselbe dann auch am Leinfelder Bahnhof.

Auch Carsharing habe man bereits im Portfolio, so Noller. „Man kann bei Stadtmobil für ein paar Euro pro Monat Mitglied sein und kann sich dann jederzeit ein Auto leihen. Es gibt hier derzeit zwei Autos, ein weiteres an der Zehntscheuer.“

Historische Mitte – mehrals ein Sanierungsprojekt

Die sogenannte „Zuwegung“ zur S-Bahn spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in Echterdingen. Dieser Aspekt führte zur dritten Station des Stadtspaziergangs: in die Burgstraße – „ein ganz wichtiger Zubringer für die S-Bahn, für die, die im Süden Echterdingens arbeiten und wohnen, aber auch von Stetten aus gesehen“, wie es die Baubürgermeisterin formulierte. Auch hier gebe es Handlungsbedarf. Die Burgstraße ist zugleich Teil des Sanierungsgebietes „Historische Mitte“.

Laut Planungsamtsleiter Philipp Schwarz will man dem Gemeinderat vorschlagen, gemeinsam mit Planungsbüros einen Rahmenplan zu entwerfen. Darin soll festgelegt werden, welches Gebiet bzw. welche Bereiche mit einbezogen werden sollen. Dazu zählt die Stärkung u. a. der Wegeverbindungen um den zentralen Rathaus-/Kirchplatz herum, eben auch der Verbindung zur S-Bahn über die Burgstraße. Schwarz: „Unser wichtigstes Ziel ist es, die öffentlichen Räume zu verbessern, d. h. neu zu gestalten und auch den Fußgängern zugänglich zu machen und dabei miteinander zu verbinden. Es wird auch darum gehen, wie man im Ortskern mit den Autos umgeht. Es gibt zum einen den zentralen Platz hier, dann aber auch den vor der Zehntscheuer. Insgesamt soll der Ortskern in seiner Präsenz gestärkt werden. EBM Noller betonte, dass „wir ganz am Anfang stehen“. Es gehe zunächst darum, zu analysieren, und daraus dann Projekte zu machen.“

Nach einem Abstecher über Echterdingens alten Burgplatz, Schafrain und Zehntscheuer mit interessanten Ausführungen von Stadtrat Dr. Huber über Echterdingens Historie stellte EBM Noller klar, worum es bei der Sanierung am Kirchplatz gehen sollte: Zuvorderst die Verbesserung der Begehbarkeit, sprich Barrierefreiheit. Auch bei der alten Schule („Paulaner“-Gebäude) müsse etwas getan werden. Unbedingt saniert werden müsse das Rathaus, das sind „wirklich miserable Zustände“, was mit der Fassade und der Hausdämmung zu tun habe.

Auch hier sei man am Anfang der Überlegungen. Die Voraussetzung sei aber geschaffen, das Sanierungsgebiet bewilligt, das am „Bund-Länder-Programm teilnimmt, und so größtenteils mit 60 Prozent bei den Sanierungsmaßnahmen gefördert wird.