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LE unter Narrenregentschaft

Zur Guggenmusik des Filderer-Spielmannszugs, angefeuert von den scheppernden Rätschen und einem kräftigen „Narri Narro“ der Hehle, Kobole und Tanzgardenmädchen stürmten die Siebenmühlentalhexen am Samstag, 5. Februar, das Rathaus in Leinfelden.

Angesichts der mengenmäßigen Überlegenheit der Hexen, Kobolde und Rebhelen schwenkte OB Klenk die weiße Fahne. | Fotos: Bergmann

Mochte sich das Stadtoberhaupt auch noch so gut verstecken, es war umsonst: Alsbald wurde Oberbürgermeister Roland Klenk in Ketten vors Rathaus gebracht und musste seinen Amtssitz übergeben. Die Mannen der IG Fasnet stemmten den hohen Narrenbaum auf dem Marktplatz auf, „als Zeichen der Narrenregentschaft“, so Filder-Stabsschultheiß Marc I. vom Siebenmühlental.

Der OB gab sich geschlagen und reimte:
 
„Kaum vermag ich es zu glauben, dass aus Narren ganze Trauben
stürmen dieses hohe Haus mit dem Ruf „Der Klenk soll raus!“
 
Geht doch lieber nach Berlin, wo sie hin und her sich ziehn!
Ein Trauerspiel in vielen Akten, wo liegt die Wahrheit, sind die Fakten?
 
Was heut gesagt, gilt morgen nicht. Darauf ist niemand hier erpicht.
Der eigne Nutz und Frommen sorgt schon dafür, dass sie zusammenkommen.
 
Setzt in Berlin die doch mal ab – vielleicht bringt das die mal auf Trab.
Stattdessen muss jetzt ich halt gehn, auf dem Rathaus wird die Narrenfahne wehen.
 
Doch eines weiß ich ganz gewiss: Vor harter Arbeit habt ihr Schiss!
Das wird dann der Grund auch sein, warum ich hier darf wieder rein!“

Fotostrecke: So lief der Rathaussturm in Leinfelden

Die Narren sind los, stürmten über eine Leiter den Dienstsitz von Stadtoberhaupt OB Roland Klenk …

… und nahmen ihm den Rathausschlüssel ab!

Musik vom Filderer-Spielmannszug durfte bei der Narretei ebenso wenig fehlen wie die Tanzmariechen.

Viel los war auf dem Leinfelder Marktplatz, am Ende wollten natürlich alle auch …

… das Aufstellen des Narrenbaums verfolgen.